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Wegen der steigenden Lebenserwartung Ökonomen fordern Diskussion über Rente mit 70

Schon gegen die Rente mit 67 gab es zahlreiche Proteste, hier ein Bild einer Verdi-Demo in Bonn aus dem Jahr 2010. Nun soll die Politik die Rente mit 70 durchsetzen, fordern Ökonomen.
Schon gegen die Rente mit 67 gab es zahlreiche Proteste, hier ein Bild einer Verdi-Demo in Bonn aus dem Jahr 2010. Nun soll die Politik die Rente mit 70 durchsetzen, fordern Ökonomen. © dpa/picture alliance

Die Lebensarbeitszeit der Bundesbürger wird weiter steigen müssen. Und zwar von 67 auf 70 Jahre bis zum Jahr 2030. Davon sind Ökonomen überzeugt. Nun sei es Aufgabe der Politik, die Menschen hierauf einzustimmen.

| , aktualisiert am 19.12.2017 10:56  Drucken

„Die Politik muss sich endlich ehrlich machen und den Menschen schlicht sagen: Die Lebensarbeitszeit wird weiter steigen müssen.“ Das fordert Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), in einem Interview mit der Rheinischen Post.

Konkret schlägt der Wirtschaftswissenschaftler vor, dass pro Jahr zusätzlicher Lebenserwartung eine um acht Monate längere Arbeitszeit her muss, „damit das Rentensystem überhaupt finanzierbar bleibt. Wir müssen irgendwann über die Rente mit 70 reden.“

Unterstützung bekommt der DIW-Chef von Michael Hüther, Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Auch er hält es für notwendig, nach der Rente mit 67 die „Anpassungstreppe“ zu verlängern. Auch in seinen Augen sollte der „Zielwert“ bei 70 Jahren liegen.

Beide Ökonomen üben außerdem harte Kritik an den Parteien und deren Wahlkampf:

„Alle Parteien führen hier eine sehr unehrliche Debatte. Sie kündigen Pläne an, wie etwa die weitere Erhöhung der Mütterrenten, die massiv zu Lasten der jüngeren Generationen gehen würden“, so Fratzscher.

„Völlig unverantwortlich tun CDU/CSU und SPD in ihren Wahlprogrammen so, als gäbe es entweder keinen Handlungsbedarf oder sogar Gelegenheit für weitere Rentengeschenke. Das ist fatal“, ergänzt IW-Präsident Hüther.

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