Finanzexperte der Grünen im Interview

„Es geht viel zu viel Geld für den Vertrieb drauf“

Gerhard Schick, Finanzexperte der Grünen im Bundestag, prangert die Provisionen in der Versicherungsbranche an. Sie seien ein Hauptgrund, warum Altersvorsorge hierzulande nicht funktioniere. Wie man es besser machen könnte, erklärt er im Interview.
© Getty Images
Gerhard Schick ist der Finanzexperte der Grünen im Bundestag.

Ob er für ein Provisionsverbot sei, fragt der Tagesspiegel den Finanzexperten der Grünen im Bundestag, Gerhard Schick, im Interview. Seine Antwort: „Es geht viel zu viel Geld für den Vertrieb drauf. Die hohen Vertriebskosten und die übergroße Zahl von 200.000 Versicherungsvertretern sind ein wesentlicher Grund dafür, warum die Altersvorsorge nicht funktioniert.“ Er habe also durchaus  Sympathien für ein Provisionsverbot.

In einem ersten Schritt würde es dem Grünen-Politiker aber reichen, wenn die Vertriebler ihre Provisionen offenlegen und sie aus den Beiträgen herausrechnen würde. Schick: „Dann wäre auch ein fairer Vergleich mit den Honorarberatern möglich.“

Der Provisionsvertrieb führe dazu, dass Banken und Versicherungen die Kunden in „sehr spezielle und riskante Produkte wie Schiffsbeteiligungen, Schrottimmobilien oder unrentable Lebensversicherungen“ getrieben hätten und das heute noch tun. „Erst mit Finanzberatern, die im Interesse der Kunden die Produkte aussuchen, werden sich am Markt auch einfachere Produkte durchsetzen“, ist Schick überzeugt.

Wie denn so ein einfaches Altersvorsorgeprodukt aussehen könnte, fragt der Tagesspiegel weiter. Na, wie in Schweden, so die Antwort Schicks: „Ein einfaches, standardisiertes Produkt für die Basisvorsorge, das der Staat anbietet, aber privat gemanagt wird und das jeder Mensch bekommt, es sei denn, er entscheidet sich bewusst dagegen.“ Die Vertriebskosten müssten gering sein und das Geld dafür komme direkt aus dem Bruttolohn.

Ob Riester denn nicht ein geeignetes Mittel für die Altersvorsorge sei? Es fließe zu viel Geld in schlechte Produkte, antwortet Schick. Es sei dem Steuerzahler daher nicht zuzumuten, Riester zu unterstützen.

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