Beratungsszene: Servicegebühren können eine zusätzliche Einnahmequelle für Vermittler sein. © Pixabay
  • Von Oliver Lepold
  • 16.04.2019 um 11:08
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lesedauer Lesedauer: ca. 04:15 Min

Längst sind gemischte Vergütungsmodelle Standard bei Vermittlern. Pfefferminzia erklärt, wofür Makler eine Servicegebühr in Rechnung stellen können, welche Klauseln ein Maklervertrag enthalten darf und wie hoch die Servicegebühren ausfallen.

Die Maklerpools unterstützen den Trend und bieten den Maklern die Infrastruktur. Maxpool etwa liefert Servicevereinbarungen und bietet im Tool „Sekretär“ drei Stufen mit unterschiedlichen Servicelevels und individualisierbarer Einstellung an.

„Wir schulen die Mitarbeiter des Maklers, erstellen eine individuelle Landingpage oder integrieren diese in die vorhandene Homepage des Maklers. Und wir leisten Vertriebsunterstützung etwa in Form von individualisierten Endkundenflyern und -filmen zur Einbindung in die Homepage“, sagt Oliver Drewes, Vorstand von Maxpool. Im weiteren Verlauf bietet der Pool Online-Schulungen, Infoveranstaltungen und Workshops in kleinen Runden sowie eine Hotline für Hilfen bei der Umsetzung.

Manche Kunden müssen erst überzeugt werden

Mittlerweile arbeiten mehrere Hundert Makler bei Maxpool mit dem Konzept, der Pool zieht am Ende die Gebühren für den Makler ein, dieser entscheidet jedoch selbst über die Gebührenhöhe. Die bisher abgeschlossenen Vereinbarungen pendeln sich in der mittleren Servicestufe 2 bei knapp unter 10 Euro pro Monat ein. „In der höchsten Servicestufe 3 liegen sie meist zwischen 14 und 19 Euro. Mit weiteren eigenen Maklerservices ergänzt, sind auch bereits Servicevereinbarungen mit 50 Euro Gebühr abgeschlossen worden“, berichtet Drewes.

Doch nicht alle Kunden lassen sich sofort von den Mehrwerten überzeugen. „Es gibt Gegenargumente, meist wenn Kunden gar keine Affinität zur Technik haben. Dann muss man stärker über den zusätzlichen Versicherungsschutz argumentieren“, sagt Makler Soeken. Zu den Extras über das Endkundenportal von Maxpool zählen etwa sieben spezielle Versicherungen wie eine Reise-Verkehrsmittelunfallversicherung, ein Internet-Schutzbrief und eine Kostenerstattung bei Reiseunannehmlichkeiten.

Bei Bestandskunden akzeptiert Soeken bisher eine Ablehnung der Umstellung auf Servicegebühren, nicht aber bei Kunden, die etwa nur ein einziges Produkt im Bestand haben. So helfen die Servicegebühren Maklern, ihren Bestand langfristig wirtschaftlicher zu gestalten.

Auch bei Investments sind Servicegebühren üblich

Auch im Investmentbereich existieren einfache und etablierte Abrechnungsmodelle für Servicegebühren. Mit der Vermögensverwaltung verfügen Makler zusätzlich über die Möglichkeit, eine professionelle und faire Betreuung zu gewährleisten. „Die Servicegebührenumsätze steigen jährlich um mindestens 25 Prozent und erreichen damit heute bereits einen Anteil von mehr als 58 Prozent der Bestandsprovisionen bei Netfonds“, sagt Martin Steinmeyer, Vorstand von Netfonds. Er beobachtet bei der Fondsvermittlung eine schrittweise Umstellung auf Servicegebührenmodelle.

Im Haftungsdach NFS Netfonds weisen bereits 70 Prozent aller Neudepots diese Vergütungsform aus. „Wir haben daher die Servicegebührenvereinbarung direkt in die Kundenrahmenvereinbarung integriert“, so Steinmeyer. Bei Netfonds machte im Jahr 2016 der Anteil der Vermögensverwaltungsgebühr an den Servicegebühren noch 33 Prozent aus. Zur Mitte des Jahres 2018 lag dieser Anteil bereits bei mehr als 50 Prozent.

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Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Das Investment, Pfefferminzia und private banking magazin.

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