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Unterschätzte Lebenserwartung Deutsche wollen Kapitalauszahlung statt Rente

Ein älteres Paar in den Liegestühlen genießt die Ruhe an Deck eines Kreuzfahrtschiffes. Künftig werden Rentner mit ihrem angesparten Kapital eher ihren normalen Lebensunterhalt bestreiten müssen.
Ein älteres Paar in den Liegestühlen genießt die Ruhe an Deck eines Kreuzfahrtschiffes. Künftig werden Rentner mit ihrem angesparten Kapital eher ihren normalen Lebensunterhalt bestreiten müssen. © dpa/picture alliance

Viele Bundesbürger nehmen bei Fälligkeit ihrer privaten Rentenversicherung lieber das gesamte Geld auf einen Schlag, als es sich lebenslang monatlich auszahlen zu lassen. Ein Grund dafür ist laut einer aktuellen Studie, dass Versicherte die eigene Lebenserwartung unterschätzen.

| , aktualisiert am 02.08.2018 15:21  Drucken

Zwei Drittel der Deutschen würden sich bei Fälligkeit ihrer privaten Rentenversicherung derzeit für eine Komplett-Auszahlung des angesparten Kapitals entscheiden. Und das, obwohl fast 60 Prozent der Menschen planen, mindestens 80 Prozent ihres Lebensunterhalts mit fixen Rentenzahlungen bestreiten zu wollen. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage für den Versicherungsverband GDV.

Warum ist das so? Dieser Frage sind Jochen Ruß und Stefan Schelling vom Ulmer Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften im Auftrag des GDV nachgegangen.

Die Lebenserwartung wird unterschätzt

„Das Risiko, länger zu leben, als das angesparte Geld reicht, ist eines der am meisten unterschätzen finanziellen Risiken“, erklärt Ruß. Viele Bundesbürger unterschätzen also ihre eigene Lebenserwartung. Die gehen davon aus, wie lange ihre Eltern oder Großeltern gelebt haben und ziehen daraus Rückschlüsse für den eigenen Lebenshorizont.

Die Lebenserwartung steigt von Generation zu Generation aber deutlich an. Ein im Jahr 1990 geborener Mann wird im Durchschnitt neun Jahre älter als ein 1960 geborener. Bei Frauen sind es sieben Jahre mehr.

„Um das Wissen über die weiter steigende Lebenserwartung breiter zu verankern, wäre es hilfreich, wenn das Statistische Bundesamt vor allem über die Lebenserwartung einschließlich des zu erwartenden weiteren Zuwachses informiert“, schlägt Peter Schwark, Altersvorsorge-Experte des GDV, vor. Das könnte man den Verbrauchern zum Beispiel im Rahmen der jährlichen Renteninformation vermitteln.

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