Selbst Alkohol am Steuer ist versichert Versicherer plant Police für Führerscheinverlust

Ein Mann trinkt Alkohol beim Fahren: Auch das leicht beschwipste Fahren soll mit der geplanten Police versichert sein.
Ein Mann trinkt Alkohol beim Fahren: Auch das leicht beschwipste Fahren soll mit der geplanten Police versichert sein. © Pixabay

Wer seinen Führerschein verliert, hat sich im Straßenverkehr falsch verhalten. Für solche Fälle will die ias Versicherung nun eine Police auf dem Markt bringen: Bis zu 10.000 Euro sollen Menschen als Ausgleich für ein gegen sie verhängtes Fahrverbots erhalten – auch nach Alkoholfahrten.

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In Deutschland gilt: Wer im Straßenverkehr falsch handelt, kann auch mit einem Fahrverbot bestraft werden. Der Bremer Versicherer ias sieht darin offenbar ein Geschäftskonzept: Er plant eine Police, die Menschen während eines gegen sie ausgesprochenen Fahrverbots Taxifahrten oder auch einen Chauffeur bezahlt.

In bestimmten Fällen können die Versicherten so während des Fahrverbots bis zu 10.000 Euro von der Versicherung bekommen, berichtet das Portal Der Westen. Ias setzt dafür eine jährliche Versicherungspauschale von 300 Euro an.

Pikant: Der Schutz greift nicht nur bei Fahrverboten infolge von Tempo-Sünden, sondern auch bei Alkoholfahrten. Ein Promillewert von bis zu 1,09 ist für den Versicherer noch okay. Und nicht nur das: Auch Handynutzung, Vorfahrtsverletzung, vorschriftswidriges Verhalten beim Ausweichen, Überholen und Begegnen sowie beim Abbiegen, Wenden sowie die Benutzung einer falschen Fahrbahn, sind vom Versicherungsschutz gedeckt – so zumindest der Plan.

Gleichwohl betont Thomas Schrader, geschäftsführender Gesellschafter der Ias, gegenüber dem Portal, dass die Versicherung „ausschließlich leichte Vergehen“ abdecke, wie zum Beispiel „mal eine Geschwindigkeitsüberschreitung oder eine Vorfahrtverletzung“. Heißt: Wer mehr als drei Monate seinen Führerschein abgeben müsse, sei nicht von der Versicherung geschützt. 

Kritik an dem Konzept kam unter anderem von Grünen-Sprecherin Daniela Wagner:

„Wer mit dem Auto das Leben und die Gesundheit anderer gefährdet, für den muss eine Strafe abschreckend wirken.“ Der deutsche Bußgeldkatalog sei diesbezüglich „ein Witz“. Wagner fordert deshalb höhere Bußgelder gegen Raser und Drängler. 

Auch Philipp Opfermann, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale NRW, äußerte sich zu den Plänen: 

„Von einer solchen Versicherung halte ich gar nichts. Der Entzug der Fahrerlaubnis soll doch gerade ein Vergehen wie alkoholisiertes oder zu schnelles Fahren bestrafen“, sagte er. „Das lädt doch gerade dazu ein, sich nicht an geltende Vorschriften zu halten.“

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