Eine Zahnärztin schaut sich das Röntgenbild eines Patienten an: Zahnzusatzversicherungen gehören zu den beliebtesten Zusatztarifen zum GKV-Schutz. © Frau Foto erstellt von wavebreakmedia_micro - de.freepik.com
  • Von Oliver Lepold
  • 09.12.2020 um 12:23
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Wer nicht voll in die private Krankenversicherung wechseln kann oder möchte, kann das Niveau seiner gesundheitlichen Absicherung dennoch anheben. Private Krankenzusatzversicherungen bieten dafür vielfältige Angebote. Worauf es dabei ankommt und was wirklich sinnvoll ist.

Nur rund jeder zehnte Einwohner Deutschlands ist privat krankenversichert, das sind 8,7 Millionen Menschen. Wer als Angestellter nicht genug verdient oder wer sich als Selbstständiger nicht privat krankenvollversichern möchte, kann dennoch wesentliche Gesundheitsleistungen über Zusatzpolicen abdecken. Diese Option wird immer mehr genutzt – die privaten Krankenzusatzversicherungen haben insbesondere in den vergangenen zehn Jahren einen deutlichen Bestandszuwachs erfahren. Rund 26,8 Millionen Menschen besitzen mittlerweile mindestens eine solche Police.

Vor allem zwei Gründe sind dafür verantwortlich. „Durch die fortwährenden Einschnitte in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung halten immer mehr Menschen eine zusätzliche Absicherung für notwendig oder zumindest für sinnvoll“, sagt Stefan Reker, Pressesprecher des PKV-Verbands. Zudem habe das GKV-Modernisierungsgesetz im Jahr 2003 erst Kooperationen zwischen gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen ermöglicht. Seitdem ist ein weitreichendes, teilweise hochwertiges Angebot entstanden, das unkomplizierte Abschlüsse auf breiter Front ermöglicht.

Erhältlich sind unter anderem stationäre und ambulante Zusatztarife, Zusatzversicherungen für Zahnbehandlungen und Zahnersatz, Kranken- und Krankenhaustagegeld, Pflegezusatztarife, spezielle Vorsorge-Tarife bis hin zum Auslandskrankenschutz. Für die Branche und den Vertrieb besonders bedeutsam sind vor allem Zahnzusatzversicherungen und stationäre Krankenhauszusatztarife.

Mehr als 300 Zahnzusatztarife

„Den besten Zahnzusatztarif gibt es nicht, sondern lediglich den befund- und bedarfsorientiert am besten passenden“, sagt der auf diese Sparte spezialisierte Makler Tassilo Pollmeier, Deutscher Zahnversicherungs-Service (DZVS). Die Vielfalt und die Innovationsgeschwindigkeit der Zahnzusatztarife sei mit mehr als 300 Angeboten auf dem Markt enorm. Vor Abschluss müsse der Makler daher sowohl den Zahnstatus seines Kunden als auch das gewünschte Leistungsspektrum genau kennen.

„Reine Zahnersatztarife werden kaum noch abgeschlossen. Die meisten Verträge sehen mittlerweile Zahnersatzleistungen von 80 Prozent oder mehr vor, beinhalten Zahnbehandlungsleistungen und professionelle Zahnreinigung von 100 Euro oder besser noch 150 Euro pro Jahr. Kunden wollen nicht umständlich Tarife kombinieren, sondern präferieren einen Tarif, der alle Leistungsanforderungen einfach abbildet“, sagt Andreas Haut, Business Line Manager der Gothaer.

Top-Leistungen gefragt

Der Trend geht in Richtung Top-Leistung. Premium-Zahnzusatztarife bieten 100 Prozent Kostenübernahme für Leistungen frei nach Wahl. Hochwertige Materialien etwa für Füllungen und modernste Verfahren zum Beispiel für Wurzel- oder Parodontose-Behandlungen sind ohne Kostendruck und ohne Eigenanteil auswählbar. Generell wird zudem vermehrt nach Art des Schadens kalkuliert, also ohne Alterungsrückstellungen. „Jeder fünfte neue Vertrag ist eigentlich gar nicht neu, sondern ein Wechsel von einer älteren Zahnzusatzversicherung in einen modernen Tarif“, sagt Gothaer-Manager Haut.

Aufgrund von Wartezeiten und Leistungsstaffeln über mehrere Jahre sind Wechsel zu einem anderen Anbieter gerade zu Beginn der Laufzeit meist ein Risiko. Die Gothaer hat daher einen Wechselbonus eingeführt. „Im Tarif Gothaer MediZ Duo haben Kunden eine relativ kurze Leistungsstaffel von drei Jahren mit Leistungsgrenzen von 1.000, 2.000 und 3.000 Euro. Wechselt ein Kunde aus einem anderen Tarif, schenken wir ihm ein Jahr der Leistungsstaffel. Somit hat er bereits nach zwei Jahren vollen Versicherungsschutz“, so Haut. Ein neues Tarifmerkmal, das immer mehr Wettbewerber übernehmen.

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Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Das Investment, Pfefferminzia und private banking magazin.

kommentare
Collmann
Vor 4 Monaten

Tut mir leid, aber das Thema wurde vollständig verfehlt. Die Überschrift heißt: „Welche PKV-Zusatzversicherungen wirklich sinnvoll sind“. Hierauf wird im Artikel überhaupt nicht eingegangen. Macht z.B. eine Krankentagegeldversicherung Sinn, oder wofür benötige ich eine ambulante Zusatzversicherung mit Heilpraktikerleistungen, wenn ich doch da sowieso nicht hingehe? Solche Antworten lässt der Titel erhoffen.
Was immer mehr Menschen für richtig oder falsch halten, oder wohin der mediengetriebene „Trend“ geht, ist auch nicht geeignet, hier einen Mehrwert in dem Bericht zu entdecken.
Der einzige sinnvolle Satz kommt vom Kollegen Tassilo Pollmeier: „„Den besten Zahnzusatztarif gibt es nicht, sondern lediglich den befund- und bedarfsorientiert am besten passenden“.
Ich würde mir wünschen, dass die Beiträge zu den Headlines passen, denn so ist die Pfefferminzia das, was so viele sind: Klickratensucher und Search-Engine-Optimizer.

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Collmann
Vor 4 Monaten

Tut mir leid, aber das Thema wurde vollständig verfehlt. Die Überschrift heißt: „Welche PKV-Zusatzversicherungen wirklich sinnvoll sind“. Hierauf wird im Artikel überhaupt nicht eingegangen. Macht z.B. eine Krankentagegeldversicherung Sinn, oder wofür benötige ich eine ambulante Zusatzversicherung mit Heilpraktikerleistungen, wenn ich doch da sowieso nicht hingehe? Solche Antworten lässt der Titel erhoffen.
Was immer mehr Menschen für richtig oder falsch halten, oder wohin der mediengetriebene „Trend“ geht, ist auch nicht geeignet, hier einen Mehrwert in dem Bericht zu entdecken.
Der einzige sinnvolle Satz kommt vom Kollegen Tassilo Pollmeier: „„Den besten Zahnzusatztarif gibt es nicht, sondern lediglich den befund- und bedarfsorientiert am besten passenden“.
Ich würde mir wünschen, dass die Beiträge zu den Headlines passen, denn so ist die Pfefferminzia das, was so viele sind: Klickratensucher und Search-Engine-Optimizer.

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