Pfefferminzia: Ist die Kreditvermittlung in Ihren Augen ein Wachstumsmarkt?

Malte Raudszus: Ja, durchaus. Lagen wir 2015 noch bei 71 Milliarden Euro Kreditvolumengeschäft im Ratenkredit, werden es 2020 wohl schon 79 Milliarden Euro sein – alleine in Deutschland. Das ist zwar eher ein moderates Wachstum. Aber der Markt verändert sich auch sehr stark. So wird der Anteil des Geschäfts über Online-Plattformen sehr stark steigen. 2015 waren es 10 Prozent, bis 2020 erwarten wir einen Anteil von etwa 30 Prozent.



Spielt auch das Niedrigzinsniveau eine Rolle für das Wachstum, weil es gerade einfach sehr günstig ist, sich zu verschulden?

Ich weiß nicht, ob es so sehr die Neukreditaufnahme fördert, aber es ist auf jeden Fall ein großes Thema in der Umschuldung. Ungefähr 33 Prozent der Bevölkerung haben einen Ratenkredit. Und davon lassen sich jetzt sehr viele umschulden, weil manche Ratenkredite fünf bis zehn Jahre alt sind und natürlich wesentlich höhere Zinsen haben. Daher ist der Verwendungszweck Umschuldung gerade ein großes Thema. 30 bis 40 Prozent der Aufträge macht sie derzeit aus.

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Sie bieten seit 2010 die Plattform Finanzcheck.de an, über welche Kunden Ratenkredite vergleichen und online abschließen können. Wie ist Ihre Bilanz bisher?

Wir haben 88.000 Ratenkredite mit einem Kreditvolumen von 1,5 Milliarden Euro verkauft. Mehr als 120.000 Kunden halten uns die Treue und wir arbeiten mit über 18 Banken zusammen.

Was können Sie Kunden bieten, was Banken nicht haben?

Der Online-Vorteil liegt maßgeblich darin, dass Sie leicht vergleichen können. Jede Bank hat ihre eigenen Zielkunden. Von den 100 Prozent potenzielle Kunden, nimmt sie vielleicht 30 oder 40 Prozent an, und die anderen kriegen kein Kredit-Angebot. Dadurch, dass wir mit über 18 Banken zusammenarbeiten, bekommen Kunden bei uns eher einen Kredit, als wenn sie zu ihrer Bankfiliale gehen. Wir könne etwa 80 Prozent der Kunden mit Krediten bedienen.