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Interview mit Michael Franke „Motorradfahrer nach wie vor schlechter gestellt“

Michael Franke, Geschäftsführer Franke und Bornberg.
Michael Franke, Geschäftsführer Franke und Bornberg. © Neuenhausen

Ab sofort heißt es wieder Vrooooom auf den Straßen der Republik: Die Motorrad-Saison ist eröffnet. Die nicht ungefährliche Leidenschaft sollte natürlich auch vernünftig abgesichert sein. Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg, sagt, worauf Biker beim Policen-Abschluss achten sollten und was ihn am Tarifwerk der Versicherer stört.

| , aktualisiert um 15:45  Drucken

Pfefferminzia: Welches sind aus Kundensicht die wichtigsten Kriterien bei der Wahl einer Motorradversicherung?

Michael Franke: Grundsätzlich sollte die Versicherung auf die jeweilige Situation sowie die Vorlieben des Einzelnen angepasst sein. Für Fahrzeughalter, deren Maschinen bei Nichtgebrauch draußen abgestellt werden, ist beispielsweise der „Tierbiss“ als Leistungsmerkmal wertvoll. In der Regel für alle Fahrer wichtig sind wiederum die Leistungskriterien zum Zusammenstoß mit Tieren, da dieses nahezu jedem passieren kann, der mit seinem Bike unterwegs ist.

Viele Motorradfahrer wollen reizvolle Strecken im Ausland kennenlernen. Was sollte bei einem Roadtrip außerhalb Deutschlands beachtet werden?

Verbringt man seine Urlaube gerne im Ausland, ist für Kradfahrer die „Mallorcapolice“ als Extra-Schutz für den Gebrauch von Mietfahrzeugen unverzichtbar, sofern man dort nicht auf eine Spritztour verzichten möchte. Denn in den meisten Ländern sind die Deckungssummen niedriger als bei uns und es kann schnell passieren, dass die Versicherungssummen des Besuchslandes ausgeschöpft sind.

Ihr Haus hat den Markt für Motorradversicherungen sondiert und dabei insgesamt 47 Tarife analysiert: Wo sehen Sie im Tarifwerk der Versicherer noch Verbesserungsbedarf?

Gegenüber den Versicherungen fürs Auto gibt es nach wie vor Bereiche, in denen Motorradfahrer im Regelfall schlechter gestellt werden. Leistungsunterschiede sind häufig beim Abzug neu für alt, bei der Neu- beziehungsweise Kaufpreisentschädigung oder aber auch bei der Sonderausstattung anzutreffen.

Aus unserer Sicht sollten gerade die Leistungskriterien Neu- und Kaufpreisentschädigung  für den Motorradfahrer angepasst werden. Denn egal ob Pkw oder Krad, sofern beispielsweise 12 Monate nach dem Kauf das Fahrzeug gestohlen wird, ist es doch ein echter Vorteil für den Versicherten,  dann den kompletten Neupreis beziehungsweise Kaufpreis zu erhalten und nicht den tatsächlichen Wert.

Pfefferminzia HIGHNOON