Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen © Sebastian Widmann
  • Von Redaktion
  • 07.06.2016 um 11:45
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Pfefferminzia sprach mit Bayerische-Vorstand Martin Gräfer über Vor- und Nachteile von Insurtechs, Riester und die Absenkung des Garantiezinses.

Wie stehen Sie generell zur aktuellen Riester-Debatte?

Die Zahlen sprechen für sich: Riester ist das erfolgreichste freiwillige Altersvorsorgemodell Deutschlands, wenn nicht gar weltweit. Das Produkt bietet nicht nur eine hohe staatliche Förderung. Es ist auch unglaublich flexibel. Hat der Kunde ein Jahr lang kein Einkommen, weil er in Elternzeit ist, setzt man die Beitragszahlung einfach aus und fängt später, nach der Elternzeit, wieder an. Ist das Einkommen höher, zahlt man einen höheren Beitrag, ist es niedriger, dann eben weniger. Diese Art von Flexibilität ist phantastisch und für den Kunden sehr bequem und angenehm.

Ich halte die derzeitige öffentliche Diskussion für grob fahrlässig und ganz oft für wenig durchdacht. Private Altersvorsorge ist für jeden Einzelnen aber auch für die Gesellschaft insgesamt von besonderer Bedeutung. Oder ist es tatsächlich zu glauben, dass in beispielsweise 20 Jahren unsere Gesellschaft in der Lage wäre, deutlich mehr als die heutigen 3 Prozent Bezieher der Grundsicherung zu versorgen? Woher sollten auch die Mittel kommen, wenn die Zahl der Bedürftigen auf 20 bis 30 Prozent steigen sollte?

Darum unterstützt die Bayerische die Initiative Pro-Riester?

Wir sind Hauptinitiator und Mitbegründer und laden alle qualifizierten Beraterinnen und Berater sowie auch andere Versicherer ein, an dieser Initiative mitzuwirken. Es geht hier nicht darum, Geld einzusammeln, sondern darum, die Stimme zu erheben und sich fachlich qualitativ in die Diskussion einzubringen. Und zwar dem Kunden als auch den Journalisten gegenüber, aber – vielleicht noch wichtiger – auch der Politik gegenüber. Da lässt sich gemeinschaftlich vielleicht noch etwas bewegen. So gibt es einen Vorschlag aus der Initiative, die erste Sitzung aller Mitbegründer vor dem Berliner Reichstag abzuhalten. Vielleicht muss man das tatsächlich einmal tun, um entsprechende Aufmerksamkeit zu erhalten.

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Glauben Sie, dass ein Wahlkampfthema Rente die Sparer in Deutschland verunsichert und sie am Ende gar nicht mehr vorsorgen?

Ich bin mir fast sicher, dass es ein Wahlkampfthema zum Thema Rente geben wird. Und offen gestanden verstehe ich das auch – mehr als 20 Millionen Rentner sind heute schon eine Wahlmacht und dazu kommen noch viele Millionen Menschen, die nah an der Rente sind. Die Rentendiskussion in Deutschland hat jedoch weniger mit denen zu tun, die noch nicht in Rente sind. Es geht vielmehr um die aktiven Rentner. Um deren Stimmen wird geworben. Eine aktuelle Studie zeigt: Die Menschen sind verunsichert und machen nichts. Was dazu führt, dass die staatlichen Subventionen sich noch mehr erhöhen und noch mehr Menschen im Alter auf die Grundsicherung angewiesen sein werden.

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