Ein silbernes Sparschwein: Zu viele Menschen haben sich in ihrem Anlageverhalten noch nicht an die niedrigen Zinsen angepasst. © dpa/picture alliance
  • Von Juliana Demski
  • 14.10.2019 um 09:05
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Sparer haben es momentan nicht leicht hierzulande. Schuld daran sind die niedrigen Zinsen. Allein im dritten Quartal dieses Jahres kam ein Wertverlust in Höhe von fast 8 Milliarden Euro zusammen – pro Kopf macht das 94 Euro.

Im dritten Quartal 2019 haben deutsche Sparer 7,8 Milliarden Euro Wert auf ihre Ersparnisse verloren – also 94 Euro pro Bundesbürger. In den vergangenen zwölf Monaten waren es insgesamt 34 Milliarden Euro, wie das aktuelle Realzins-Radar des Kreditinstituts Comdirect zeigt.

Im dritten Quartal lagen die Zinsen auf Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen im Schnitt bei 0,15 Prozent. Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,47 Prozent zwischen Juli und September ergibt sich daraus ein Realzins von minus 1,32 Prozent. Dieser zeigt den tatsächlichen Zins nach Abzug der Inflation.

„Die deutschen Sparer sollten diese Zahlen aufrütteln“, betont Arno Walter, Vorstandsvorsitzender von Comdirect, und ergänzt: „Zum Vergleich: Der Wertverlust für deutsche Sparer in den vergangenen zwölf Monaten ist höher als die jährliche Wirtschaftsleistung von Lettland.“ Langfristig betrachtet falle die Entwicklung noch stärker auf: Seit dem vierten Quartal 2010 liege der Wertverlust pro Kopf bei 1.559 Euro.

„Es ist dringend an der Zeit, das eigene Sparverhalten zu überdenken – zumal die jüngsten Zins-Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und auch die Äußerungen der künftigen EZB-Chefin Christine Lagarde ein Ende der Nullzinsphase aktuell nicht erkennen lassen“, so Walter weiter.

Er sehe es kritisch, dass die Deutschen nach wie vor auf niedrig verzinste Sparprodukte setzen. So flossen laut Comdirect in den vergangenen zwölf Monaten 124 Milliarden Euro auf Tagesgeld-, Festgeld und Girokonten sowie Spareinlagen. Das sei ein Plus von 5,5 Prozent.

„Es ist wichtig, einen Teil der Ersparnisse kurzfristig verfügbar zu halten, etwa für unvorhergesehene Ausgaben. Der Rest sollte jedoch in den langfristigen Vermögensaufbau investiert werden – und hier führt an Wertpapieren auch weiterhin kein Weg vorbei“, sagt der Comdirect-Mann.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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