Hinweispflicht für Policenverkauf gefordert „Deutsche verschenken rund 80 Millionen Euro“

Policen Direkt macht sich in einer Mitteilung für eine gesetzliche Hinweispflicht stark, wonach Kunden eine Lebensversicherung verkaufen statt kündigen können.
Policen Direkt macht sich in einer Mitteilung für eine gesetzliche Hinweispflicht stark, wonach Kunden eine Lebensversicherung verkaufen statt kündigen können. © dpa/picture alliance

Häufig wird eine Lebensversicherung gekündigt, wenn der Versicherungsnehmer vor Vertragsende über das angesparte Geld verfügen will. Dabei käme ein Verkauf der Police bei etwa jedem fünften Vertrag zu besseren Konditionen in Betracht, wie der Zweitmarkthändler Policen Direkt mitteilt. Der Dienstleister fordert daher eine Hinweispflicht auf diese Möglichkeit.

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Im vergangenen Jahr haben Versicherungsnehmer Lebensversicherungen im Wert von 12,3 Milliarden Euro storniert. Damit ist das Stornovolumen im Vergleich zu 2017 um 2,6 Prozent zurückgegangen, doch die Stornoquote, gemessen an der Zahl der Verträge, ist mit 2,64 Prozent konstant geblieben.

Das berichtet der auf den Zweitmarkt von Lebensversicherungen spezialisierte Händler Policen Direkt. Das Unternehmen macht sich in einer Mitteilung für eine gesetzliche Hinweispflicht stark, wonach Kunden eine Lebensversicherung verkaufen statt kündigen können. Bislang würden gemessen am Stornovolumen nur 2,2 Prozent der Verträge in den Zweitmarkt fließen, so Policen Direkt.

„Die Deutschen verschenkten 2018 knapp 80 Millionen Euro, weil sie ihre Lebensversicherung stornierten, statt diese auf dem Zweitmarkt zu verkaufen“, rechnet Max Ahlers, Gründer und Geschäftsführer von Policen Direkt, vor. Seiner Schätzung zufolge wären rund 20 Prozent der stornierten Verträge zweitmarktfähig gewesen. Bei einem Verkauf hätten etwa drei Prozent mehr Geld als bei der Kündigung erzielt werden können.

Zudem bringe der Verkauf einer Police nicht nur mehr Geld, sondern der Verkäufer könne auch weiterhin von dem beitragsfreien Rest-Todesfallschutz profitieren.

Dieser wichtige Aspekt des Verbraucherschutzes fehle in der aktuellen Ausarbeitung des Entwurfs für das zu überarbeitende Lebensreformgesetz (LVRG), dürfe aber bei der politischen Diskussion „nicht unter den Tisch fallen“, so Ahlers. Einzelne Versicherer würden bereits freiwillig auf Alternativen zur Kündigung hinweisen, wie Policen Direkt feststellte.

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