Frauen im Büro: Bei der betrieblichen Altersversorgung hat der Mittelstand noch Nachholbedarf. © Pixabay
  • Von Hannah Dudeck
  • 03.06.2020 um 16:30
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Der Mittelstand will weiter auf die betriebliche Altersversorgung setzen, und auch mehr Gesundheitsvorsorge für die Mitarbeiter anbieten. Insbesondere bei kleinen Unternehmen gibt es dabei Nachholbedarf.

Der Mittelstand in Deutschland setzt weiter auf die betriebliche Altersversorgung. Dass das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) dabei zum großen Treiber wird, bezweifeln aber viele bAV-Verantwortliche. Das geht aus einer Untersuchung der Generali zu Trends und Entwicklung der betrieblichen Altersversorgung im deutschen Mittelstand hervor. Für die seit 2011 jährlich durchgeführte Studie des F.A.Z-Instituts wurden im Januar 200 bAV-Verantwortlichen aus mittelständischen Unternehmen befragt.

Demnach ist der Anteil der Mitarbeiter mit einer Betriebsrente in größeren Betrieben mit 250 bis 500 Mitarbeitern besonders hoch. Dort sorgt jeder zweite Beschäftigte auf diese Weise für das Alter vor. In kleineren Betrieben ist der Nachholbedarf bei der bAV dagegen am größten. So nutzen in Unternehmen mit 50 bis 100 Mitarbeitern nur knapp 40 Prozent der Mitarbeiter diese Möglichkeit.

Zuwächse weist die Marktdurchdringung der betrieblichen Altersversorgung im Top-Management auf. Vor allem in größeren und mittleren Betrieben mit 100 bis 500 Mitarbeitern sei das der Fall. Dort liegt der Anteil der Manager, die mindestens ein bAV-Angebot nutzen, bei mehr als 60 Prozent. Dienstleistungsgesellschaften verzeichneten dabei auf allen Hierarchieebenen höhere Werte bei der Marktdurchdringung als Industrieunternehmen.

Betriebsrenten-Modelle, die auf einer gemischten Finanzierung aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen basieren, wachsen im Vergleich zum Vorjahr am Markt. Ihr Anteil steigt um 4 Prozentpunkte auf 76 Prozent. Die rein arbeitnehmerfinanzierte Entgeltumwandlung bleibt dagegen mit einem Anteil von 44 Prozent bei den befragten Betrieben stabil. Die ausschließlich arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente weist erstmals seit drei Jahren mit 29 Prozent wieder einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr auf (plus 3 Prozentpunkte).

Unternehmen wollen mehr Gesundheitsvorsorge anbieten

Angesichts der Veränderungen durch die Digitalisierung sehen sich die Arbeitgeber in der Pflicht, ihre Belegschaft verstärkt dabei zu unterstützen, gesund zu bleiben. Fast neun von zehn bAV-Verantwortlichen stimmen dieser These zu. Insgesamt wollen 88 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten. Je größer das Unternehmen, desto wichtiger wird dabei die Gesundheitsvorsorge für die eigenen Mitarbeiter. Bei den Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern stimmen dem fast 97 Prozent der Befragten zu.

Vom digitalen Wandel ist laut der Studie auch die bAV selbst betroffen. Drei Viertel der Befragten sind der Meinung, die Anbieter sollten digitale Tools bereitstellen, um der Komplexität und den Kundenwünschen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gerecht zu werden.

Um sich im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte einen Vorteil zu verschaffen, wollen mittelständische Arbeitgeber die bAV um eigene Gesundheitsleistungen ergänzen. Die überwiegende Zahl der Verantwortlichen ist an einer Teilübernahme der Kosten für Gesundheitskurse und Fitnessanlagen interessiert, ebenso an ergonomischer Arbeitsplatzausstattung und an betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM). Das trifft im Einzelnen zwar eher auf größere Betriebe zu. Trotzdem zeigen sich auch drei Viertel der kleineren Betriebe offen für eine Teilfinanzierung von Kursen und Fitness.

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Hannah Dudeck

Hannah Dudeck arbeitete von April bis Juni 2020 als freie Redakteurin für Pfefferminzia.

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