Die ARD hat mir ihrer TV-Doku „Keine Zinsen – Miese Rente“ ein Schlaglicht auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Riester-Verträgen geworfen. Die mediale Darstellung der Riester-Rente hat Kritik unter Experten wie Stephan Peters hervorgerufen, der in einem Video Stellung zur Sendung nahm. © Screenshot ARD-Dokumentation „Keine Zinsen – Miese Rente“
  • Von Lorenz Klein
  • 09.04.2021 um 12:29
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lesedauer Lesedauer: ca. 03:60 Min

Sind Riester-Rentenverträge zu teuer? In der jüngst aufgeflammten Diskussion mahnt Ralf Korn, Professor für Finanzmathematik an der TU Kaiserslautern, zu mehr Gelassenheit. Korn hatte die Produktinformationsblätter maßgeblich mitentwickelt, die unter anderem auch Riester-Kunden erhalten. Im Interview erklärt er unter anderem, was ihn an der Forderung nach einem Kostenausweis in Eurobeträgen stört.

Was stört Sie daran genau?

Für den Verbraucher ist doch entscheidend, was er am Ende der Ansparphase zur Verfügung hat, also das, was für ihn am Schluss herauskommt. Hingegen entsteht mit dem ausschließlichen Blick auf Kosten leider ein Zerrbild. Das ist in etwa so, als wenn Sie bei einer Reise mit dem Auto nur auf die Fahrtkosten schauen, aber nicht auf die zurückgelegte Strecke. Bei dieser verkürzten Sichtweise würde man sein Auto nur noch schieben, weil dadurch überhaupt keine Fahrtkosten mehr anfallen.

Muss das den Autoren dieser Studien auffallen?

Ich denke schon, ohne die Autoren zu kennen. Aber wenn man etwas prinzipiell ablehnen möchte, wird man kaum dessen positive Aspekte herausstellen wollen. Ob das im Sinne des Verbrauchers seriös ist, will ich dann aber auch bezweifeln.

Kommen wir zum Schluss nochmal auf die Produktinformationsblätter zurück: Wie stellen Sie sich einen soliden Umgang mit den Informationen vor, die vom PIB geliefert werden?

Um das klar zu stellen: Es geht mir nicht darum, jegliche Art von Kosten schön zu reden. Jeder Anbieter von Finanzprodukten hat sich auch einer Diskussion der von ihm für seine Dienstleistungen erhaltenen Entgelte zu stellen. Ich finde aber auch, dass es – so wie übrigens bei jedem Produkt – nicht nur um die Kosten, sondern auch um die Leistungen und die Alternativen gehen muss. Ein Altersvorsorgeprodukt sichert das Langlebigkeitsrisiko ab und entlastet den Kunden davon, fortlaufende Entscheidungen treffen zu müssen, wieviel er von seinem Bankkonto gerade ausgeben darf, um auch in Zukunft hinreichende Mittel zu haben. Gleichzeitig erhält der Kunde mit einem Riester-Produkt den Vorteil, dass das Verlustrisiko vom Anbieter getragen wird – von dem Gewinn durch erhaltene Riester-Zulagen ganz zu schweigen.

Zur Person:

Professor Ralf Korn hat einen Lehrstuhl für Finanzmathematik an der TU Kaiserslautern inne, er arbeitet am Fraunhofer Institut Techno- und Wirtschaftsmathematik und ist stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Versicherungs- und Finanzmathematik. 2015 wurde Korn von staatlicher Seite ausgewählt, um seine Expertise in die Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PIA) einzubringen. In deren Auftrag hat er die Produktinformationsblätter (PIB) maßgeblich mitentwickelt.

autorAutor
Lorenz

Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

kommentare
W.Strassnig@T-online.de
Vor 2 Monaten

its very simple
Die Rendite für die Garantie-von Finanztestern und Politikern, die null Ahnung haben was sie damit anrichten, bedeutet eine Renditeminderung von 70% bis 90%. Die Wahnsinnsbürokratie von Beamten ausgeheckt, deren Pensionen mit 3 Billionen EURO unterfinanziert ist-sprich der Staat bildet Rückstellung im einstelligen Prozentbereich, erfordert sicher einige Sttunden mehr Beratungszeit. Beamte und viele Parteien, verstehen sowas natürlich nicht, wegen Ihrer KOSTENFREIEN Pension-zahlt ja die Jugend. Versicherungsmakler müssten allein für eine Pension eines Beamten im mittleren Dienst ca. 2 Millionen Euro ansparen. Sind aber auch die EINZIGEN die für das BESTE Produkt des gesamten Marktes unbegrenzt haften. Auch völlig unvorstellbar für die ENTSCHEIDER und MEDIEN. Ja wer nichts versteht, macht wie bei den Impfdosenbestellungen und im Digitalbereich etc. Fehler. Haftung-NEE NIEMAND ZUSTÄNDIG….

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W.Strassnig@T-online.de
Vor 2 Monaten

its very simple
Die Rendite für die Garantie-von Finanztestern und Politikern, die null Ahnung haben was sie damit anrichten, bedeutet eine Renditeminderung von 70% bis 90%. Die Wahnsinnsbürokratie von Beamten ausgeheckt, deren Pensionen mit 3 Billionen EURO unterfinanziert ist-sprich der Staat bildet Rückstellung im einstelligen Prozentbereich, erfordert sicher einige Sttunden mehr Beratungszeit. Beamte und viele Parteien, verstehen sowas natürlich nicht, wegen Ihrer KOSTENFREIEN Pension-zahlt ja die Jugend. Versicherungsmakler müssten allein für eine Pension eines Beamten im mittleren Dienst ca. 2 Millionen Euro ansparen. Sind aber auch die EINZIGEN die für das BESTE Produkt des gesamten Marktes unbegrenzt haften. Auch völlig unvorstellbar für die ENTSCHEIDER und MEDIEN. Ja wer nichts versteht, macht wie bei den Impfdosenbestellungen und im Digitalbereich etc. Fehler. Haftung-NEE NIEMAND ZUSTÄNDIG….

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