Facebook zum Netzwerken nutzen „Ohne Facebook wäre mein Unternehmen heute nicht da, wo es ist“

Tino Scraback ist Vorstand von Ruff Capitalplan.
Tino Scraback ist Vorstand von Ruff Capitalplan. © privat

Vernünftige Netzwerke sind im Berufsleben sehr wichtig. Das bestätigt auch Versicherungsmakler Tino Scraback. In seinem Fall halfen ihm wertvolle Tipps aus der Facebook-Gruppe „Der Versicherungsmakler“ dabei, sein Unternehmen größer und profitabler zu machen. Wie, erklärt Scraback im Interview.

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Pfefferminzia: Herr Scraback, Sie und Ihr Team betreuen aktuell 19.000 Kunden, davon sind rund 800 kleine und mittelgroße Unternehmen. Und Sie sagen, dass Sie ohne Facebook, genauer gesagt, ohne eine bestimmte Facebook-Gruppe heute nicht da wären, wo Sie jetzt sind.

Tino Scraback: Genauso ist es. Diese Größe und diese Organisation, die mein Unternehmen Ruff CapitalPlan heute hat, hätte ich heute nicht, wenn es auf Facebook nicht die Gruppe „Der Versicherungsmakler“ gäbe.

Erklären Sie uns doch bitte, warum.

Vor zwei Jahren bin in die Gruppe eingetreten. Die ersten Monate fand ich es einfach nur interessant mitzulesen und habe vom Wissen der Kollegen profitiert. Einer der ersten Hilfestellungen war zum Beispiel ein Beratungstool von Eberhard Ressel. Das war so herrlich einfach umsetzen, dass ich und meine Mitarbeiter es bis heute nutzen. Es kostet einmalig weniger als 100 Euro und ich kann es nur jedem Makler ans Herz legen. Da ich mich schon vorher für das Thema „Firmen und Bestandsübernahmen“ interessierte und auch schon erfolgreich abgeschlossen hatte, frage ich auch mal in die Runde wer jemanden kennt, der das professionell macht.

Und?

Als Empfehlung bekam ich hier Peter Schmidt genannt. Also registrierte ich mich auf seiner Seite und führte auch mal ein Telefonat mit ihm. Dann ist monatelang nichts passiert, bis er eine Firma für mich zum Kauf hatte. Diesen Kauf wickelten wir auch ab, als sich in Herrn Schmidts Nachbarschaft schon eine neue Gelegenheit ergab. Durch diese Bestände wuchsen wir noch schneller. Nun hatten wir eine Firmengröße, bei der wir alleine nicht mehr alles bewältigen konnten.

Also haben Sie wieder die Gruppe um Rat gefragt?

Genau, und ich wurde an Kamuran Bildircin von VersOffice verwiesen. Eine Firma, die sich auf die Sachbearbeitung von Versicherungsmaklern spezialisiert hat. Aber nicht nur Sachbearbeitung, sondern auch die komplette Kundenbetreuung. Wir starteten sehr schnell mit der Zusammenarbeit und innerhalb kurzer Zeit wurden Frau Bildircin und ihr Team zu einem unverzichtbaren Teil meiner Firma. Ich kann wirklich sagen, dass ohne sie nichts mehr bei mir in der Firma läuft. Das war bis heute einer der wertvollsten Tipps der Gruppe. Aber für die neuen Bestände brauchte ich dennoch einen Mitarbeiter vor Ort. Durch die Gruppe weiß ich, dass nicht jeder Makler zu 100 Prozent ausgelastet ist. Warum also nicht einem Makler eine Kooperation anbieten?

Wie funktioniert das?

Der Makler hilft mir bei der Betreuung meines Bestands und bekommt dafür ein Fixum und eine Umsatzbeteiligung von mir. Auf diese Anfrage bekam ich sehr viele Zuschriften und ich habe mich hier für zwei sehr nette Kollegen entschieden. Einer hilft mir nun bei der Betreuung einer Maklerfirma in Sachen-Anhalt und ein anderer hilft mir bei meinen Kunden in Berlin. Natürlich habe ich beide Kollegen über die Facebook-Gruppe kennengelernt.

Gibt es auch negative Erfahrungen?

Was bisher noch nicht geklappt hat, ist die Gewinnung von Neukunden durch unsere Facebook-Seite. Darauf sind wir zwar auch nicht angewiesen, aber dennoch würde ich gerne wissen wie das andere machen. Bisher hatte ich nur eine Anfrage über unsere Seite – und das war eine Ex-Freundin von mir.

Welche Pläne haben Sie fürs kommende Jahr?

Für das neue Jahr stehen weitere Projekte bei uns in der Firma an: Digitalisierung, Automatisierung, Dienstleistungspaschaulen, Digitaler Versicherungsordner, Apps, Kunden-Newsletter, Vorsorgevollmachten und so weiter. Eventuell steht eine weitere, größere Firmenübernahme an. Für alle diese Themen kenne ich schon Experten aus der Gruppe. Ein paar Gespräche haben schon stattgefunden, ein paar Treffen sind geplant.

Ich bin aber auch sehr stolz auf eine eigene, deutlich kleinere Gruppe, die ich mit Markus Rieksmeier und Tim Wolff ins Leben gerufen habe. „Vermögensberater und Versicherungsmakler reden“ heißt sie. Die Gruppe ist dafür da, sich auszutauschen und mal die andere Seite etwas näher kennenzulernen. Ich hätte nie daran gedacht, dass wir nach sechs Monaten mal über 500 Mitglieder haben werden, vor allem da wir niemanden einladen oder hinzufügen.
Pfefferminzia HIGHNOON