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BVK-Präsident Heinz im Interview „Wunderbare Chance, wenn wir weniger sind“

In der aktuellen Ausgabe seiner Online-Talk-Sendung #fredwagner spricht Professor Fred Wagner mit Michael Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).
In der aktuellen Ausgabe seiner Online-Talk-Sendung #fredwagner spricht Professor Fred Wagner mit Michael Heinz, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). © Screenshot Youtube

„Ist die persönliche Versicherungsvermittlung nicht ehrlicherweise ein Run-off-Modell?“ – die Fragen von Professor Fred Wagner von der Universität Leipzig an BVK-Präsident Michael Heinz führten relativ flott ans sprichwörtliche „Eingemachte“. Wie Heinz reagiert hat und wie er die Nachwuchssorgen der Branche beurteilt, erfahren Sie hier.

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„Das glaube ich nicht“, entgegnete der Chef des 40.000-Mitglieder-starken Verbandes, auf die obige Frage. „Denn auch die Marktteilnehmer, die in der digitalisierten Welt ihr Glück versuchen, sind darauf angewiesen, Kunden zu finden.“

Heinz betonte dabei die Lotsen-Funktion des Vermittlers. So seien viele Menschen „mit all ihren Sorgen und Nöten“ überfordert, sich den immer komplexeren Versicherungsthemen zu widmen. Es werde daher auch in Zukunft, aus einem Mix aus stationärem und digitalem Vertrieb bleiben, so Heinz.

Im Übrigen kämpfe der BVK keineswegs „auf verlorenem Posten“, versicherte der BVK-Chef – und verwies darauf, dass man zuletzt „als strahlender Sieger“ vom Platz gegangen sei. Er spielte damit auf die gerichtliche Auseinandersetzung mit Check24 an, ohne das Vergleichsportal explizit zu erwähnen.  

„Unser Beruf ist für viele junge Menschen nicht attraktiv genug“

„Wir sind ein prosperierender, stets wachsender Verband mit einem kampflustigen Präsidenten an der Spitze“, gab sich Heinz selbstbewusst. Zugleich räumte er ein, dass die Vermittlerbranche von Nachwuchssorgen geplagt sei. „Unser Beruf ist für viele junge Menschen nicht attraktiv genug, um ihn zu ergreifen“. Gleichwohl betonte der Verbandsmanager, dass man sich in einer Gemengelage befinde, für die man „nicht allein verantwortlich“ sei.

Aus Heinz‘ Sicht habe das negative Image der Strukturvertriebe auch die öffentliche Wahrnehmung der Vermittlerschaft in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu komme, dass einige Versicherer mit „Verwerfungen behaftet“ seien. Solche Versicherer würden in ihrem Fehlverhalten, Vermittlern zugerechnet, beklagte Heinz. „Das ist nicht korrekt.“ Der BVK-Chef dürfte dabei an die Provisionsexzesse eines Mehmet Gökers oder auch die Belohnungsreise der damaligen HMI nach Budapest gedacht haben.

„Wunderbare Chance, wenn wir weniger sind“

Und dennoch blickt Heinz mit einer gehörigen Portion Optimismus nach vorn: „Ich glaube, dass wir eine wunderbare Chance haben, wenn wir qualifiziert sind, wenn wir weniger sind, wenn wir besser sind, wenn wir keine Exzesse und keine Ausreißer in dieser Branche haben.“ Dann komme man dahin, was das Leitbild des BVK verspreche – „zum ehrbaren Kaufmann“, so das Fazit des BVK-Präsidenten.

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