Die Frankfurter Skyline: Das Neugeschäft der Fondsbranche liegt bislang trotz Corona auf dem Niveau des Vorjahres. © picture alliance / greatif | R7051 Florian Gaul
  • Von Juliana Demski
  • 23.11.2020 um 12:36
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:40 Min

Dem Fondsmarkt scheint überaus glimpflich durch das Corona-Jahr 2020 zu kommen – darauf lässt zumindest das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Fondsverbands BVI schließen. Demnach sind Investmentfonds bis Ende September Neuzuflüsse in Höhe von 71 Milliarden Euro zugekommen – wobei Spezialfonds und offene Publikumsfonds die Haupttreiber dieser Entwicklung waren.

Laut einer aktuellen Analyse des Fondsverbands BVI flossen Investmentsfonds bis Ende September 2020 rund 71 Milliarden Euro zu. Das entspreche dem Vorjahresniveau und sei „angesichts des turbulenten Börsenjahres ein sehr gutes Neugeschäft“, so die Analysten. Mit allein 28,9 Milliarden Euro sei das dritte Quartal zudem das in diesem Jahr absatzstärkste gewesen.

Als Treiber der Zuflüsse hätten insbesondere die offenen Spezialfonds (47,6 Milliarden Euro) sowie die offenen Publikumsfonds (20,5 Milliarden Euro) gewirkt. Geschlossene Fonds erzielten laut Analyse ein Plus von 2,8 Milliarden Euro.

Die Absatzliste der offenen Publikumsfonds führten mit 7,8 Milliarden Euro im laufenden Jahr Mischfonds an. Laut den BVI-Experten kauften Anleger insbesondere aktienbetonte Produkte (5 Milliarden Euro). Immobilienfonds erzielten 6,9 Milliarden Euro. „Das ist ihr bestes Neugeschäft für den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende September seit Einführung der Kündigungsfrist im Jahr 2013“, geben sich die BVI-Analysten erfreut. Aktienfonds konnten laut der Untersuchung zudem mit Geldern in Höhe von 6,2 Milliarden Euro glänzen.

Beim verwalteten Vermögen konnte die Fondsbranche mit 3.680 Milliarden Euro laut Analyse einen neuen Rekord aufstellen – denn das entspreche einem Zuwachs von 345 Milliarden Euro gegenüber Ende Juni 2020. Ein Großteil des Anstiegs sei dabei auf neu gemeldete Mandate (253 Milliarden Euro) eines Mitglieds zurückzuführen, berichten die Experten.

Nachhaltige Fonds wachsen weiter

Besonders starken Zuwachs habe die Branche in diesem Jahr vor allem beim Geschäft mit nachhaltigen Fonds verzeichnet, heißt es in der Analyse weiter: So verwalte diese Branchensparte mittlerweile rund 129 Milliarden Euro. Allein seit Ende Juni 2020 sei das entsprechende Vermögen um 27 Prozent gestiegen – und auch das Neugeschäft wachse kräftig. Bis Ende September 2020 verzeichneten nachhaltige Fonds laut der Analyse Zuflüsse von nunmehr 10,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar bis September 2019: 5,1 Milliarden Euro) entspreche das einer Steigerung um 110 Prozent.

Aber auch Immobilienfonds erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit:

So sei das von ihnen verwaltete Nettovermögen innerhalb der vergangenen zwölf Monate von 213 Milliarden Euro (Ende September 2019) auf 238 Milliarden Euro gestiegen. Auf offene Publikumsfonds entfallen laut der Untersuchung 116 Milliarden Euro, auf offene Spezialfonds 112 Milliarden Euro und auf KAGB-konforme geschlossene Fonds 10 Milliarden Euro.

Eine Auswertung der offenen Immobilienfonds zeige zudem, „dass sie in den vergangenen fünf Jahren ihren Schwerpunkt auf Immobilien in Deutschland ausgebaut haben“, merken die Analysten an. Bei Publikumsfonds sei der Anteil – gemessen an den Verkehrswerten – von 33 auf 36 Prozent gestiegen, bei Spezialfonds von 61 auf 71 Prozent. Diesbezüglich heben die Experten vor allem den Anteil von US-Immobilien in Publikumsfonds hervor – denn dieser habe sich von 5 auf 9 Prozent vergrößert. Verringert hingegen hätten Immobilienfonds insbesondere den Anteil von Immobilien in Frankreich.

autorAutorin
Juliana

Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!