Abstandsregeln, Maskenpflicht, Impfdebatte – die Corona-Pandemie hat das Thema Gesundheit in den Vordergrund gerückt. © picture alliance / pressefoto_korb | Micha Korb
  • Von René Weihrauch
  • 06.10.2022 um 09:20
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Hauptsache gesund! Durch Corona wurde die alte Lebensweisheit erschreckend aktuell. Das Thema Gesundheit ist vielen Menschen wichtiger denn je. Das wiederum stärkt die Attraktivität einer hochwertigen Krankenversicherung – speziell auch der betrieblichen Krankenversicherung. Wie nutzen Makler die Chancen, die sich daraus ergeben?

Die neuesten Zahlen belegen einen Trend, der seit Jahren anhält: Ende 2021 erreichte die Zahl der Unternehmen, die ihren Arbeitnehmern eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) spendieren, mit 18.200 einen neuen Höchststand, meldet der PKV-Verband. Und schon verkünden Versicherer weitere Rekordzahlen. „Nach dem Rekordjahr 2021 konnten wir das Neugeschäft bis August 2022 noch einmal um 60 Prozent steigern“, erklärt beispielsweise Rainer Ebenkamp, Leiter Gesundheit Vertriebsunterstützung bei der Gothaer. In anderen Häusern sieht die Situation ähnlich gut aus.

Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft

Einer der Hauptgründe ist nach einhelliger Expertenmeinung die Corona-Pandemie. Einige sehen in ihr eine Art „Bewusstseinsmacher“ für die Relevanz gesundheitlicher Absicherung. Und Marco Scherbaum, Geschäftsführer der Maklerfirma Health for All und Europäischer Wirtschaftssenator, meint: „Corona hat das Thema bKV nicht nur verstärkt, die Pandemie hat wie ein Turbo gewirkt.“

Dennoch ist im Geschäftsfeld bKV noch viel Luft nach oben. Ellen Ludwig, Geschäftsführerin von Ascore Analyse weist im Gespräch mit dem Fachportal „cash-online.de“ darauf hin, dass die Marktdurchdringung bisher bei gerade einmal 2,5 Prozent liegt. 54 Prozent der Arbeitgeber denken allerdings laut einer aktuellen Umfrage zumindest darüber nach, demnächst eine bKV anzubieten – auch, um sich im Wettbewerb um begehrte Arbeitskräfte gut aufzustellen.

Budget-Tarife, Hochkostenabsicherung: Produktvielfalt steigt

Für Maklerinnen und Makler kann es also durchaus lukrativ sein, das Thema auf die Agenda zu setzen. Kunden kamen lange Zeit aus dem Bereich KMU und hier vor allem aus inhabergeführten Betrieben, wie die Gothaer-Kranken-Vorstandsvorsitzende  Sylvia Eichelberg erklärt: „Häufig handelt es sich hierbei um inhabergeführte Unternehmen, bei denen eine enge Beziehung zwischen Entscheidern und Mitarbeitenden besteht.“ Zuletzt wuchs das Interesse aber auch in Großunternehmen. Eine Folge der immer breiter gefächerten Nachfrage: „Wir sehen eine enorme Dynamik bei den Tarifen“, so Ascore-Chefin Ellen Ludwig.

Diesen Trend bestätigt auch Gothaer-Experte Rainer Ebenkamp. Waren in den vergangenen Jahren vor allem Budget-Tarife auf dem Vormarsch, mit dem Versicherte ein festgelegtes Jahresbudget nach Belieben für Gesundheitsleistungen ausgeben können, so werden nach seiner Beobachtung jetzt auch verstärkt Hochkostenabsicherungen nachgefragt, zum Beispiel für Behandlungen im Krankenhaus oder Zahnersatz.

Übrigens: Um Maklern den Einstieg ins bKV-Geschäft zu erleichtern, bieten viele Versicherer inzwischen Schulungen, Verkaufsfördermaterial und kontinuierliche Vertriebsunterstützung an. Das kann im täglichen bKV-Job eine enorme Hilfe sein!

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René

René Weihrauch

René Weihrauch arbeitet seit 35 Jahren als Journalist. Einer seiner Schwerpunkte sind Finanz- und Verbraucherthemen. Neben Pfefferminzia schreibt er für mehrere bundesweit erscheinende Zeitschriften und international tätige Medienagenturen.

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