Über dem Rückspiegel ist die Dashcam angebracht: Sie hilft etwa bei Unfällen, die Schulfrage zu klären. © Tillmann Braun
  • Von Redaktion
  • 22.11.2019 um 09:47
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Seit dem 1. Oktober können Autofahrer in Deutschland erstmals von einer vergünstigten Kfz-Versicherung profitieren, wenn sie eine Dashcam einsetzen. Die Versicherungsgruppe die Bayerische bietet Kunden neuerdings einen Nachlass von bis zu 15 Prozent auf ihre Versicherung an, wenn sie den Besitz einer Dashcam nachweisen können. Andere Versicherer zögern allerdings noch, ähnliche Rabatte zu gewähren, zeigt eine Marktanalyse des Journalisten Tillmann Braun.

Huk-Coburg hat großes Interesse an Telemetrie-Daten

Bei der Huk-Coburg begrüßt man die Tatsache, dass datenschutzkonforme Dashcam-Aufnahmen verwendet werden können. „Bei der Aufklärung zweifelhafter Verkehrsunfälle bietet das neue Möglichkeiten der Aufklärung – davon profitieren alle Versicherungsnehmer“, sagt Holger Brendel von der Abteilung Unternehmenskommunikation. Gleichzeitig hebt Brendel hervor, dass Autofahrer laut des Bundesgerichtshofs nicht permanent Filmen dürfen.

Generell habe die Huk großes Interesse an Telemetrie-Daten zur Aufklärung von Unfällen beziehungsweise bei der Schadenregulierung. Ob diese Telemetrie-Daten vom Fahrzeug direkt oder von einer Dashcam kommen spiele keine Rolle. Aktuell bietet die Huk auch eigene Telemetrie-Sensoren für Versicherte, die in Kombination mit einer App das Fahrverhalten der Versicherten genau dokumentieren und bei defensiver Fahrweise einen Rabatt von 10 Prozent und mehr versprechen. Allerdings muss man als Nutzer einer permanenten und anlasslosen Übertragung seiner Fahrweise zustimmen. Ohne eine explizite Zustimmung dürften derartige Daten nicht erfasst werden.

Laut R+V haben bislang nur wenige Unfallbeteiligte eine Dashcam

Beim drittgrößten Kfz-Versicherer Deutschlands, R+V, werden Aufnahmen einer Dashcam in der Schadenregulierung ebenfalls akzeptiert. Allerdings hätten bislang nur wenige Unfallbeteiligte eine Dashcam, erklärt R+V-Pressesprecher Frank Senger. Nicht zuletzt aufgrund der noch geringen Verbreitung von Dashcams kommen Dashcam-Aufzeichnungen somit noch eher selten zum Einsatz bei R+V. Wenn eine Aufzeichnung in einem Ausnahmefall doch einmal ein notwendiges Beweismittel zur Sachverhaltsaufklärung sei, dann werde sie in der Schadenbearbeitung allerdings genutzt, sagt er. Die eigenen Mitarbeiter würden dabei sicherstellen, dass die Aufzeichnungen datenschutzkonform verwendet werden.

Obwohl verschiedene Versicherer Dashcam-Aufnahmen nutzen, ist die Bayerische vorerst der einzige Versicherer, der Kunden für den Einsatz einer Dashcam belohnt. Der Nachlass von bis zu 15 Prozent spricht dafür, dass man als Versicherer durchaus davon profitiert, wenn die eigenen Kunden eine adäquate, sprich datenschutzkonforme Dashcam einsetzen. Womöglich folgen somit doch bald schon weitere Versicherer dem Beispiel der Bayerischen und bieten ebenfalls Rabatte für Dashcam-Nutzer an.

Über den Autoren

Tillmann Braun ist freier Journalist aus Haiterbach, Baden-Württemberg, und schreibt vor allem über Digitalisierungs- und Tech-Themen, Smart Home und IT.

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