Die Altersvorsorge für den 'Herbst des Lebens' sollte vor dem Renteneintritt bedacht werden. © gpointstudio - de.freepik.com
  • Von Oliver Lepold
  • 07.12.2021 um 12:49
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Negativzinsen, steigende Inflation und immer mehr Druck auf die gesetzliche Rente bilden einen schwierigen Rahmen für Best Ager, ihr Vermögen bis zum Ruhestand und darüber hinaus renditestark anzulegen und später effektiv davon zu zehren. Pfefferminzia klärt über durchdachte Alternativen auf.

Spätestens wenn der Ruhestand näher rückt, stehen viele angehende Rentnerinnen und Rentner vor der Frage, wie sie ihr angespartes Vermögen am effektivsten umschichten oder neu anlegen, sodass gleichzeitig eine individuelle Abrufung der Leistung möglich ist. In den letzten Erwerbsjahren laufen üblicherweise Lebensversicherungen ab, Fondssparpläne enden, eventuell kommt auch noch eine Erbschaft hinzu. In der Ruhestandsplanung lautet die Frage dann häufig, ob eine lebenslange Rentenzahlung oder ein Auszahlplan die günstigere Variante für den Kunden ist.

Diese Frage sollte nicht erst mit 67 Jahren und keinesfalls pauschal beantwortet werden, denn hinter den beiden Konzepten stehen grundsätzlich unterschiedliche Ideen. Eine Sofortrente gegen Einmalzahlung sichert das Langlebigkeitsrisiko ab und basiert meist auf einer klassischen Rentenversicherung mit Garantie. Die ausgezahlten Rentenzahlungen sind vergleichsweise niedrig, aber konstant und völlig unabhängig davon, ob die Rentenempfänger 70 oder 98 Jahre alt werden. Für alle, die Sicherheit suchen und sich möglichst nicht weiter kümmern möchten, kann dies passend sein. Aufgrund der niedrigen Rechnungszinsen ist dies allerdings keine renditeträchtige Anlage.

Auszahlplan flexibler, aber risikoreicher als Sofortrente

Für alle, die bereits über hinreichend andere Rentenquellen verfügen, bietet sich eine chancenreichere Anlage in Form eines Entnahme- oder Auszahl­plans an. Bei einem Auszahlplan muss allerdings klar definiert werden, wann dieser endet. Dafür sind die Auszahlungen höher, insbesondere wenn sich die Kapitalmärkte besser entwickeln als prognostiziert. Bei einem Entnahmeplan mit Kapitalentnahme wird hingegen eine monatliche Auszahlung individuell festgelegt, bis die gesamte Anlagesumme und die Kursgewinne im Depot aufgezehrt sind.

Bei einem Kapital in Höhe von 100.000 Euro und einer angenommenen Rendite von 5 Prozent pro Jahr würden nach einer Beispielrechnung von Ebase (European Bank for Financial Services) über zehn Jahre monatlich 1.055 Euro ausbezahlt. Zieht man den Entnahmezeitraum über 20 Jahre, wären es monatlich 653 Euro Rente. Ein Entnahmeplan mit Kapitalerhalt zahlt demgegenüber nur die Kursgewinne und Ausschüttungen aus.

Große Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten

Entnahmepläne bieten eine große Bandbreite an Anlagemöglichkeiten mit Risikopuffern und Volatilitätskorridoren. Zum Beispiel einen individuellen Mix von risikoreicheren Aktienfonds und sicherem Tagesgeldinvestments. In manchen Produkten kann bis zu einem Endalter von 100 Jahren geplant werden, zudem ist auch ein Todesfallschutz eingeschlossen. Auszahlpläne können zudem während der Laufzeit flexibel angepasst werden, falls sich in der individuellen Lebenssituation etwas ändert. Auch der Tausch der Fondsanlagen ist meist problemlos möglich.

Üblicherweise werden Menschen, die bereits in der Rentenphase sind, sichere Anlagen mit sehr wenig Risiko und wenig Volatilität empfohlen. Da aber die Lebenserwartung aufgrund eines höheren Lebensstandards und des medizinischen Fortschritts ständig steigt, kann ein flexibler Auszahlplan oder auch eine individuelle Mischung aus Sofortrente und Auszahlplan eine optimale Lösung für den Ruhestand darstellen. So haben heutzutage 65-jährige Männer eine Lebenserwartung von 19,9 weiteren Jahren, bei gleichaltrigen Frauen sind es 23,3 Jahre. Dies wird von Kundinnen und Kunden oft systematisch unterschätzt und sollte in der Beratung entsprechend unterstrichen werden.

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Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Pfefferminzia und andere Versicherungs- und Kapitalanlage-Medien.

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