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Serie zu Fintechs, Teil 1 Welche Schwachstellen der Versicherer den Fintech-Boom vorantreiben

Reggy de Feniks, Roger Peverelli, Walter Capellmann (von links nach rechts)
Reggy de Feniks, Roger Peverelli, Walter Capellmann (von links nach rechts) © VODW/Monuta

2015 war erst der Anfang, was Fintechs im Versicherungsbereich angeht. Vier Faktoren werden in diesem Jahr zu einem regelrechten Boom bei den „Insurtechs“ führen. Welche das sind, erklären Roger Peverelli, Reggy de Feniks und Walter Capellmann, Autoren des Buchs „Wie sich die Finanzbranche neu erfindet“.

Der Umfang der Wagniskapitalinvestitionen in Fintech-Unternehmen im Versicherungssektor hat sich im Vergleich zu 2014 vervierfacht. Oscar, das Start-up im Bereich Krankenversicherungen aus New York City, wurde zum Aushängeschild für Kundenbindung und ist der lebende Beweis dafür, dass Versicherungen richtig attraktiv sein können.

Mit Axa Strategic Ventures hat Axa einen 200 Millionen schweren Venture-Capital-Zweig für neu aufkommende versicherungsbezogene Innovationen geschaffen. Unternehmen wie die Allianz, Met Life und Ping An haben es dem Konzern gleichgetan. Aviva hat damit begonnen, erfahrene Mitarbeiter von Google und Amazon einzustellen, um seine Technologie auf den neuesten Stand zu bringen. Startupbootcamp hat den Start seines ersten sogenannten „Insurance Accelerator Programs“ in London angekündigt, das von Allianz, Admiral und Lloyds unterstützt wird.

Und wir sind der Auffassung, dass 2015 erst der Anfang war. Wir gehen davon aus, dass „Insurtech“ 2016 regelrecht boomen wird. Vier Faktoren werden diese Entwicklung unserer Meinung nach vorantreiben; dabei handelt es sich um Schwachstellen der Versicherer. Jede dieser Schwachstellen führt dazu, dass die Notwendigkeit immer größer wird, die digitale Transformation zu beschleunigen, – und dass das Interesse neuer Unternehmen und Akteure geweckt wird, im Versicherungsbereich tätig zu werden.

1. Das aktuelle Kostenniveau ist viel zu hoch

Eine Versicherung, das heißt die Übertragung eines Risikos von einem Verbraucher auf einen Versicherer, ist eine teure Angelegenheit. Einen Anteil von 20 bis 40 Prozent der Prämien müssen die Versicherer für Betriebskosten und die Kosten für Kundenakquise, Marketing und Vertrieb – und damit nicht für die Versicherungsleistung selbst – aufwenden.

Versicherungsgesellschaften suchen daher nach Möglichkeiten, im Hinblick auf alle Hauptkostenbestandteile – Schadenaufwendungen, Betriebskosten und Kosten für Kundenakquise – effizienter zu wirtschaften. Kurzfristig ergibt sich daraus die Notwendigkeit einer differenzierteren Annahmepolitik, einer Reduzierung der Risiken, eines verbesserten Schadenmanagements sowie eines kosteneffizienten Service.

Die Ausgaben der Versicherungsträger für den Kauf von und Investitionen in Technologie werden in Zukunft weiter rasant ansteigen – ebenso wie die Anzahl der Anbieter von Fintech-Lösungen, die diesen Bedarf bedienen wollen.
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