Ist Direktor des PKV-Verbands: Florian Reuther. © PKV-Verband
  • Von Juliana Demski
  • 23.11.2020 um 14:39
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Alle paar Jahre kommt es in der privaten Krankenversicherung (PKV) zu teils sprunghaften Beitragssteigerungen. Einer aktuellen Umfrage des PKV-Verbands zufolge wünschen sich die Versicherten jedoch lieber regelmäßigere und dafür kleinere Erhöhungen. Die SPD blockiere allerdings die dafür nötige Gesetzesänderung, schimpft Verbandschef Florian Reuther.

Im Rahmen einer Umfrage im Auftrag des PKV-Verbands sollten rund 2.000 repräsentativ Befragte Stellung zu folgender These beziehen:

„Wenn die Kosten zum Beispiel für Mieten, Strom oder Versicherungen schon steigen: Dann sind mir kleine, jährliche Anpassungen lieber, als große Erhöhungen nur alle paar Jahre.“

Das Ergebnis: Die Mehrzahl (61 Prozent) stimmte der Aussage zu – 16 Prozent sprachen sich dagegen aus. Knapp ein Viertel der Befragten war demnach unentschlossen oder gab keine Auskunft.

Ähnlich hatten sich die Deutschen dem PKV-Verband zufolge auch schon in vorherigen Umfragen innerhalb der vergangenen fünf Jahre geäußert, heißt es am Sonnabend in einer Pressemitteilung der Interessenvertreter der privaten Krankenversicherer. Damit sei „nachhaltig belegt, dass ein Anpassungsrhythmus, wie er aufgrund rechtlicher Vorschriften typisch für die PKV ist, nicht gut ankommt“. Hintergrund sind die jüngsten Ankündigungen diverser Versicherer, die Beiträge für das kommende Jahr teils deutlich anzuheben (wir berichteten).

PKV-Verbandschef Florian Reuther erklärt die Problematik wie folgt:

„Nach den gesetzlichen Vorgaben darf die PKV die Beiträge erst nachträglich an den tatsächlichen Kostenanstieg anpassen – und das auch erst dann, wenn vorgegebene Schwellenwerte überschritten werden.“ Dadurch komme es oft zu einem „Wechselbad zwischen mehreren Jahren ohne jeden Anstieg und dann einzelnen größeren Erhöhungen“, so Reuther weiter. „Das wollen wir den Versicherten gerne ersparen. Dafür gibt es konkrete Vorschläge, doch leider blockiert die SPD die nötige Gesetzesänderung.“

Zudem werde 2021 „offenkundig ein Jahr mit tendenziell stärkeren Beitragsanpassungen in der PKV“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Nach der beschriebenen Systematik blieben zwar auch diesmal wieder viele Millionen Versicherte ganz davon verschont, einige große Unternehmen hätten aber bereits angekündigt, die Beiträge diesmal deutlicher anheben zu müssen. „Auf lange Sicht allerdings“, betont der Verband, „steigen die Beiträge in der gesamten PKV nicht stärker an als in der gesetzlichen Krankenversicherung: Seit 2011 waren es in der PKV im Schnitt 3,0 Prozent pro Jahr und in der GKV 3,3 Prozent.“

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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