Reiter bewegen im Oktober 2014 ihre Pferde in die Ostsee am Strand von Wustrow, Mecklenburg-Vorpommern, vor einem farbenprächtig leuchtenden Himmel. Damit Erfahrungen wie diese ungetrübt bleiben, ist auch ein guter Versicherungsschutz gefragt. © dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 01.10.2019 um 05:19
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Nicht nur die Tierarztrechnung, auch Unfälle können Reiter teuer zu stehen kommen. Warum Pferdehalter beim Versicherungsschutz ohne Scheuklappen agieren sollten, erfahren Sie hier.

Denn oft unterschätzten Reiter die Folgen eines Reitunfalls. „Nicht selten betreue ich Kunden, die im Jahr 10.000 bis 20.000 Euro an Tierarztkosten investieren mussten“, schildert Schramm. Für die genannten Policen sollten Interessenten 55 bis 120 Euro im Monat einplanen, sagt die Maklerin. Was das Bedingungswerk angeht, sollte insbesondere bei OP-Versicherungen ins „Kleingedruckte“ geschaut werden. „Hier würde ich die Basis-Tarife nicht empfehlen. Meine eigenen Pferde sind ebenfalls in den Top-Tarifen versichert“, sagt die Expertin.

Und natürlich darf auch der persönliche Versicherungsschutz des Reiters nicht zu kurz kommen. Hier seien eine Unfallversicherung, Pflegezusatz-, Krankenzusatz- und Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu empfehlen, so Schramm. „Je nach Beruf, Alter und Reitweise ändert sich die Höhe des Beitrags. Einplanen sollte man 80 bis 150 Euro im Monat.“

Reiten sei ein gefährlicher Sport geblieben

„Vierpfotenmakler“ Dennis Keller stellt klar, dass sich ein gutes Versicherungspaket für den Reiter grundsätzlich nicht von dem für andere Menschen unterscheide. Ihm ist es wichtig zu betonen, dass Versicherungslösungen „nicht vom angstmachenden Faktor her gedacht werden“. Sonst sei man sofort „beim stupiden Produktverkauf“. Eine OP-Versicherung oder auch eine Krankenversicherung fürs Pferd stünden deshalb so hoch im Kurs, „weil sie im Fall des Falles dafür sorgen, dass das Pferd nicht ‚weg ist‘“, sagt Makler Keller. „Das Gleiche macht eine ordentliche Berufsunfähigkeitsversicherung. Betonung auf ordentlich.“

Eine BU-Absicherung ist allein schon aus diesem Grund sinnvoll: Reiten sei trotz aller Präventionskampagnen ein gefährlicher Sport geblieben, berichtet die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft (DWG). Jährlich ereigneten sich hierzulande „laut Versicherungsstatistiken 20.000 bis 35.000 Reitunfälle“, gibt die DWG zu bedenken. Die häufigste Unfallursache ist demnach der Sturz vom Pferd. Gerade hierbei stellten Wirbelsäulenverletzungen ein hohes Risiko dar und seien „nicht nur in der Akutphase, sondern auch wegen der möglichen Langzeitfolgen sehr gefürchtet“. Und weiter: „Neben Kopf-, Schulter- und Armverletzungen treten nach einer Studie der Universitätsklinik Hannover aus dem Jahr 2015 vor allem bei schweren Stürzen Verletzungen der Brust- und Lendenwirbelsäule auf.“ Diese machten oftmals eine Operation notwendig und zögen schwerwiegende Verletzungsfolgen nach sich.

Viele Unfälle durch fehlenden Sicherheitsabstand 

Die Schadenfälle, die bei der Uelzener eingehen, zeigen wiederum, dass viele Unfälle durch einen fehlenden Sicherheitsabstand beim Reiten entstehen. Ist dieser nicht gewährleistet, kann der Reiter bei einer unvorhersehbaren Reaktion des Pferdes nicht mehr zeitnah reagieren. „Die Gefahr eines Sturzes für den Reiter ist hoch“, schlussfolgert Cathrin Bak. Wer mit seinem Pferd viel im Gelände unterwegs sei, ein unruhiges Tier habe oder risikoreiche Disziplinen wie beispielsweise Vielseitigkeit betreibe, sollte daher über Versicherungen nachdenken, die über einen reinen Haftpflichtschutz hinausgingen, so Bak – und fügt hinzu: „Reiter-Unfall- oder Allgemeine Unfallversicherungen schützen den Reiter vor finanziellen Folgen, wenn dieser beispielsweise durch einen Reitunfall eine Behinderung davonträgt und dadurch dauerhaft erwerbsunfähig wird.“

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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