Die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung aus Erwerbstätigkeit lagen 2021 bei 233 Milliarden Euro. © Deutsche Rentenversicherung
  • Von Manila Klafack
  • 23.09.2022 um 11:38
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Welchen Beitrag leisten die Steuerzahler zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung? Die aktuellen Zahlen des „Rentenatlas 2022“ zeigen es: Mit zuletzt rund 102 Milliarden Euro decken die aus dem Bundeshaushalt gezahlten Mittel gut 30 Prozent der Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die gesetzliche Rentenversicherung meldet in ihrem „Rentenatlas 2022“ Einnahmen in Höhe von 347,7 Milliarden Euro im Jahr 2021. Der Großteil fließt dabei in Form von Beiträgen der Versicherten in den Rententopf – diese machten 245,7 Milliarden Euro aus.

Den verbliebenen Anteil von 102 Milliarden Euro bringen die Steuerzahler zur Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung auf. Diese Summe speist sich zum einen aus Bundeszuschüssen in Höhe von 85,1 Milliarden Euro sowie zum anderen aus 16,9 Milliarden Euro, mit denen der Bund die Kindererziehung als Leistungsrecht der gesetzlichen Rentenversicherung anerkennt (siehe Grafik).

Die Ausgaben für Rentenzahlungen und Krankenversicherungsbeiträge der Rentner belaufen sich demnach auf 346,5 Milliarden Euro. Daraus folgt: Die aus dem Bundeshaushalt gezahlten Mittel decken knapp 30 Prozent der Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung.

Weiter zeigt der Rentenatlas, dass das Eintrittsalter bei der Altersrente seit 1997 kontinuierlich gestiegen ist. Insbesondere Frauen gehen später in Rente als Männer, wie die aktuelle Auswertung zeigt. Lag das Alter der Frauen 1997 bei 62,3 Jahren (Männer 62 Jahre) waren es im Jahr 2021 64,2 Jahre (Männer 64,1 Jahre). Gleichzeitig steigt auch die Rentenbezugszeit. In den vergangenen 50 Jahren sind bei den Frauen neun Jahre hinzugekommen und bei den Männern acht Jahre.

Rentenanpassung 2022

Ebenfalls stetig gestiegen, ist die Höhe der Rentenzahlungen. In den westdeutschen Bundesländern ist sie dabei nach wie vor höher als im Osten, wenn auch längst nicht mehr so deutlich wie früher. Im Juli 2022 gab es die stärkste Rentenanpassung der vergangenen Jahrzehnte. In Westdeutschland lag die Erhöhung bei 5,35 Prozent, in Ostdeutschland bei 6,12 Prozent. Damit beträgt die Standardrente brutto im Westen nun 1.621 Euro, im Osten sind es 1.598 Euro.

Dabei wird die Standardrente anhand eines idealisierten Versicherten dem sogenannten Eckrentner berechnet. Dieser hat 45 Jahre lang jederzeit so viel verdient, um je einen vollen Entgeltpunkt auf dem Rentenkonto zu erreichen. Für 2022 beträgt dieses Jahresbrutto für einen Entgeltpunkt vorläufig 38.901 Euro.

In den Jahren seit 1998 gesunken, ist dagegen der Rentenbeitragssatz. Lag er im Jahr 1998 noch bei 20,3 betrug er 2016 18,7 Prozent und seit 2019 liegt er bei 18,6 Prozent.

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Quelle: Deutsche Rentenversicherung

 

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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