Studie Rente mit 63 verschärft Fachkräftemangel

Die Rente mit 63 wird von Arbeitnehmern gut angenommen. Bereits in jedem zweiten Unternehmen machen Mitarbeiter davon Gebrauch, meldet der Personaldienstleister Randstad.
Die Rente mit 63 wird von Arbeitnehmern gut angenommen. Bereits in jedem zweiten Unternehmen machen Mitarbeiter davon Gebrauch, meldet der Personaldienstleister Randstad. © Randstad

Die Rente mit 63 erfreut sich unter Arbeitnehmern einer großen Beliebtheit – sehr zum Verdruss von Unternehmen, die auf die Dienste von Facharbeitern angewiesen sind. Denn diese Kräfte machen laut einer aktuellen Studie besonders regen Gebrauch von der Möglichkeit, nach 45 Jahren Beitragsjahren vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Dabei gibt es für die Unternehmen durchaus Möglichkeiten, diesem Trend entgegenzuwirken.

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Das Angebot mit 63 Jahren in Rente zu gehen, wenn 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt wurde, wird von Arbeitnehmern in Deutschland gut angenommen (wir berichteten). Bereits in jedem zweiten Unternehmen machen Mitarbeiter davon Gebrauch.

Für die Firmen sei das ein großes Problem, berichtet der Personaldienstleister Randstad auf Basis einer Umfrage unter Personalleitern. Denn überwiegend seien es Facharbeiter, die vorzeitig in Rente gingen (64 Prozent), wodurch der Fachkräftemangel noch verschärft werde.

Der Studie zufolge will nahezu jeder Personalleiter (97 Prozent) die vakanten Stellen wiederbesetzen. Im ausgedünnten Fachkräftemarkt werde das jedoch immer schwieriger, berichten die Experten von Randstad. So hätten zwei von drei Unternehmen Probleme bei der Nachbesetzung von Stellen. Ein Lösungsweg könnte sein, so der Rat der Personalprofis, Mitarbeiter ab dem 60. Lebensjahr länger an die Unternehmen zu binden – allerdings verfolgen laut Studie nur 43 Prozent der befragten Personaler diese Strategie.

Hingegen setzen meisten Personaler auf flexible Arbeitszeitmodelle (70 Prozent). Andere Maßnahmen, die genutzt werden, sind Gesundheitsförderung (44 Prozent), altersgerechte Arbeitsplätze (42 Prozent), Altersteilzeit (36 Prozent) sowie die gezielte Weiterbildung für ältere Mitarbeiter (18 Prozent).

Da nicht einmal jedes zweite Unternehmen versuche, ältere Mitarbeiter im Arbeitsleben zu halten, verschärfe sich das Problem in Zukunft weiter, heißt es – umso mehr, da 94 Prozent der Unternehmen aktuell Mitarbeiter beschäftigten, die mindestens 55 Jahre alt seien.

„Die Flexirente kann eine große Chance sein“

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wurde im Herbst 2016 die Flexirente beschlossen. Ältere Arbeitnehmer sollen dadurch den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand flexibler gestalten können. Gleichzeitig soll es die Attraktivität erhöhen, während der Rente eine Beschäftigung auszuüben.

Laut Befragung der Personalleiter gehen 44 Prozent davon aus, dass ihre Mitarbeiter von den Regelungen zur Flexirente Gebrauch machen werden. Und 57 Prozent glauben, damit mehr Mitarbeiter binden zu können.

„Die Flexirente kann eine große Chance sein. Und zwar für beide Seiten!“, meint Andreas Bolder, Director Group Human Resources bei Randstad Deutschland. Arbeiten Mitarbeiter im Rentenalter künftig weiter, so Bolder, erhöhen sie so ihre Rentenansprüche. „Durch den individuellen Übergang zwischen Erwerbsleben und Ruhestand finden sie sich außerdem leichter in die neue Lebenssituation ein.“ Für Unternehmen bedeute das, dass sie „nicht schlagartig“ auf langjährige und vor allem erfahrene Mitarbeiter verzichten müssten, so der Randstad-Manager.

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