Ein älteres Ehepaar in der Natur: Wer mehr Geld zur Verfügung hat, ist im Alter glücklicher. © picture alliance / Neundorf/Kirchner-Media | Neundorf/Kirchner-Media
  • Von Juliana Demski
  • 12.04.2021 um 13:39
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Geld allein soll ja bekanntlich nicht glücklich machen – eine aktuelle Studie will jetzt jedoch das Gegenteil beweisen. Sie zeigt: Menschen, die im Berufsleben ein höheres Einkommen hatten, sind im Alter glücklicher. Sie beurteilen nicht nur ihre finanzielle Lage besser, sie sind auch mit anderen Lebensbereichen deutlich zufriedener als weniger Vermögende.

Wer im Berufsleben mehr Geld bekam, ist im Alter zufriedener – das ist das zentrale Ergebnis einer Studie im Auftrag der Initiative „7 Jahre länger“. Dafür wurde die Zufriedenheit von über 60-Jährigen in sechs zentralen Kategorien abgefragt: Freunde, Freizeit, Gesundheit, finanzielle Lage, Wohnsituation, Familie und Partnerschaft.

Es zeigte sich: Von den Befragten mit einem Pro-Kopf-Einkommen von unter 1.000 Euro monatlich ist nur jeder Fünfte mit der finanziellen Lage ziemlich oder sehr zufrieden. In der Einkommensgruppe von über 3.000 Euro liegt der Anteil bei rund 80 Prozent. Große Unterschiede gibt es auch bei der Bewertung der Gesundheit, der Freizeit oder der Partnerschaft. Während etwa nur 30 Prozent aus der untersten Einkommensgruppe mit ihrer Gesundheit ziemlich oder zufrieden sind, sind es in der obersten fast 70 Prozent.

„Das Einkommen ist ein wesentlicher Faktor für das Glück im Alter“, kommentiert Studienleiter Elmar Brähler, emeritierter Professor für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Universität Leipzig, die Studienergebnisse. „Der Einfluss reicht über die finanzielle Zufriedenheit hinaus.“ Finanzielle Ressourcen würden die gesellschaftliche Teilhabe erleichtern – sei es durch die Nutzung von Kulturangeboten oder die Finanzierung von Urlauben und Hobbys. „Auch die Gesundheitsvorsorge über Zusatzleistungen ist einkommensabhängig“, ergänzt Brähler.

Die Ergebnisse spiegelten aber auch den umgekehrten Zusammenhang:

„Wer in jungen Jahren schwer erkrankt, hat es vergleichsweise schwer, Karriere zu machen, und ist später stärker von Armut bedroht“, betont der Sozialwissenschaftler. Studien zeigen zudem, dass Geringverdiener öfter rauchen und sich ungesünder ernähren. „Die Kluft in der Zufriedenheit mit der Gesundheit lässt sich daher auch mit den unterschiedlichen Lebensstilen erklären“, so Brähler.

Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Versicherungsverbands GDV, der die Initiative „7 Jahre länger“ trägt, ergänzt: „Viele Weichen für ein zufriedenes und gesundes Leben im Alter werden früh gestellt.“ Die Folgen eines über längere Zeit ungesunden Lebensstils ließen sich irgendwann nicht mehr kompensieren. Gleiches gelte für Versäumnisse bei der Altersvorsorge.

Wohnungseigentümer zufriedener als Mieter

Die Studienautoren konnten aber noch eine weitere interessante Erkenntnis aus der Befragung ziehen: Über alle Einkommensgruppen hinweg sind die über 60-Jährigen mit Wohneigentum zufriedener als diejenigen, die zur Miete wohnen. „Im Alter Wohneigentum zu haben, bedeutet eine finanzielle Entlastung“, sagt Brähler. Dies erhöhe den Spielraum für andere Dinge und wirke sich entsprechend positiv auf die Zufriedenheit aus. „Anders als Mieter müssen sich Eigentümer auch nicht sorgen, verdrängt zu werden.“

Kaum einkommensabhängig sei dagegen die Zufriedenheit mit Freunden und Bekannten. Aus der Gruppe mit einem Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 1.000 Euro sind sieben von zehn laut der Studie mit ihren sozialen Kontakten hoch zufrieden; in der höchsten Einkommensgruppe sind es acht von zehn.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist seit 2021 Junior-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört sie seit 2016 an.

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