Studie Geld und Bildung verlängern das Leben

Gebäude von Schloss Unterallmannshausen bei Allmannshausen am Starnberger See.
Gebäude von Schloss Unterallmannshausen bei Allmannshausen am Starnberger See. © dpa/picture alliance

Einkommen und Bildung wirken sich stärker auf die Lebenserwartung aus als genetische und medizinische Faktoren. Das hat eine neue Studie von Ärzten der University of Washington in Seattle ergeben. Laut eines Medienberichts ist die lebensverlängernde Wirkung sozialer Faktoren auch in Deutschland zu beobachten, wie die Beispiele Starnberg und Pirmasens zeigen.

09.05.2017 10:27  Drucken

Wie drastisch sich der soziale Faktor auf Gesundheit und Lebenserwartung auswirkt, haben Ärzte der University of Washington in Seattle in einer neuen Studie gezeigt, auf die sich die Süddeutsche Zeitung beruft. Demnach sterben die Bewohner der ärmsten Regionen in den USA im Durchschnitt 20 Jahre früher als jene in den wirtschaftlich leistungsfähigeren Speckgürteln des Landes.

Dabei lautet die Erklärung zusammengefasst so: Menschen mit gutem Einkommen und hohem Bildungsgrad, lebten in der Regel gesundheitsbewusster und profitierten vom Freizeitwert ihrer Wohnorte. Dies wirke sich positiv auf die Lebenserwartung aus.

Laut Süddeutsche Zeitung ist dieser Zusammenhang auch in Deutschland zu beobachten: So lebten Bewohner der kaufkräftigsten Landkreise Starnberg, Hochtaunus, rund um München, am Bodensee und im Raum Freiburg mit fast 84 Jahren am längsten. Sie sterben fast acht Jahre später als die Menschen in sozioökonomisch schwachen Gebieten. Demnach gehören das pfälzische Pirmasens, das oberfränkische Hof, das thüringische Suhl sowie einige Gemeinden im Ruhrgebiet und in Ostdeutschland zu den Schlusslichtern bei der Lebenserwartung. Das liege nicht etwa daran, so die SZ, dass sie „gesündere Gene“ hätten, sondern an den unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten in den genannten Regionen.

Ende von Obamacare könnte die Entwicklung verschärfen

Zurück in die USA: „Die Ungleichheit in der Lebenserwartung ist in den vergangenen 35 Jahren weiter gestiegen“, zitiert die Zeitung die Studien-Autoren um Laura Dwyer-Lindgren. Das Ausmaß der Unterschiede erfordere, dass „dringend etwas passiert“, warnt die Forscherin. Setze sich der Trend fort, klaffe die Schere zwischen Arm und Reich sowie zwischen den Kranken und Gesunden immer weiter auseinander.

Mit dem Ende von Obamacare drohe sich die Entwicklung zu verschärfen. Millionen Menschen würden sich dann keine medizinische Behandlung mehr leisten können.

Pfefferminzia HIGHNOON