Roland Rechtsschutzreport 2017 Nur 26 Prozent der Deutschen trauen der Politik Schutz vor Terror zu

62 Prozent der Befragten glauben, dass Leute, die sich einen bekannten Anwalt leisten können, im Vorteil sind.
62 Prozent der Befragten glauben, dass Leute, die sich einen bekannten Anwalt leisten können, im Vorteil sind. © Roland Rechtsschutz

An sich ist die Mehrheit der Deutschen mit dem deutschen Rechtssystem und den Gerichten zufrieden. Die Angst vor Terror aber setzt ihnen mehr und mehr zu. So sind es nur noch 26 Prozent, die an einen wirksamen Schutz vor Terrorismus durch die Politik glauben. Das zeigen aktuelle Umfrage-Ergebnisse.

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Trotz erhöhter Gefahrenwahrnehmung vertrauen die Deutschen ihrem Rechtssystem zu großen Teilen. 74 Prozent haben eigenen Angaben zufolge sehr viel oder ziemlich viel Vertrauen in die Gesetze, 68 Prozent in die Gerichte. Das zeigt der „Rechtsreport 2017“ des Rechtsschutzanbieters Roland. Trotzdem fühlen sich die Deutschen aber auch mehr und mehr vom Terror bedroht. Nur 26 Prozent trauen der Politik daher noch einen wirksamen Terrorschutz zu.

Was das Rechtssystem angeht, finden 80 Prozent der Bundesbürger, dass Gerichtsverfahren zu lange dauern. 73 Prozent vertreten die Auffassung, die Gerichte seien überlastet und nur 23 Prozent sind von ihrer Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit überzeugt.



Außerdem zweifelt über die Hälfte der Befragten daran, dass vor Gericht jeder gleich behandelt wird. 62 Prozent denken, man könne seine Chancen auf ein günstiges Urteil erhöhen, wenn man sich einen bekannten Anwalt leisten könne. Weitere 57 Prozent halten die Rechtsprechung in Deutschland allgemein für uneinheitlich. 60 Prozent finden außerdem die Gesetze zu kompliziert, 49 Prozent kritisieren die in ihren Augen zu milden Urteile – besonders im Jugendstrafbereich.

70 Prozent haben Angst vor Terroranschlägen

Aber besonders der Terrorismus macht den Menschen hierzulande zu schaffen. So schätzen 70 Prozent die Gefahr, die von radikalen islamistischen Gruppen ausgeht, als groß oder sehr groß ein – und die Umfrage-Ergebnisse stammen noch von vor dem Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016. Im Jahre 2009 waren es noch 55 Prozent. 2014 waren es dann bereits 63 Prozent.

Die Studie zeigt auch, dass sich 45 Prozent der Bürger dort, wo viele Menschen unterwegs sind, schon mindestens einmal verunsichert gefühlt haben. 3 Prozent haben sogar immer ein mulmiges Gefühl. Das führt dazu, dass 27 Prozent aus Angst bestimmte große Ereignisse oder Veranstaltungen meiden.

Auch die Politik gibt ihnen wenig Hoffnung, so die Studienergebnisse: Nur 26 Prozent der Bundesbürger trauen ihr einen wirksamen Schutz vor Terror zu. 58 Prozent halten einen solchen Schutz mittlerweile für kaum noch umsetzbar.

Deutsche befürworten Kampf gegen Terrorismus

Der Kampf gegen Terror trifft aber trotzdem auf positive Rückmeldungen: Jeweils ein Viertel ist dafür, Personen zu verhaften, die in terroristischen Ausbildungscamps waren, öffentliche Plätze strenger zu überwachen und enger mit ausländischen Geheimdiensten zusammenzuarbeiten.

Fast ebenso viele sind für eine konsequentere Abschiebung von Asylbewerbern unter Terrorverdacht. Und mehr als die Hälfte der Deutschen begrüßt es, Terrorverdächtige in Sicherheitsverwahrung zu nehmen, selbst wenn ihnen keine konkrete Straftat nachgewiesen werden kann.
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