Als die 23-jährige Frau in ein Krankenhaus in Florida eingeliefert wird, stecken die Zähne des Haifisches noch immer tief in ihrem Arm. Genau genommen sind es nicht nur die Zähne: Der bereits tote und zum Glück eher kleine Ammenhai hatte sich dermaßen festgebissen, dass er sich erst im Krankenhaus entfernen ließ.

So einzigartig dieser kuriose Vorfall aus dem vergangenen September wohl erscheinen mag, so macht er eben auch das deutlich: Wer im Land der vermeintlich unbegrenzten Möglichkeiten das Abenteuer sucht, sollte für alles Mögliche gewappnet sein – aus Sicht der Deutschen gilt das beispielsweise auch für die absurd anmutenden Krankenhausrechnungen in den Vereinigten Staaten.

Bundesbürger, denen in der Heimat allenfalls eine 40 Euro leichte Rechnung für eine Woche Krankenhausvollverpflegung ins Haus geflattert ist, erleben hier immer wieder böse Überraschungen: Wenige Tage in stationärer Betreuung schlagen in den USA gerne mal mit mehreren Tausend Euro zu Buche.

GKV-versichert ist oft gleich nicht versichert

Gesetzlich Versicherte, die vor dem Trip über den großen Teich nicht auf Nummer sicher gegangen sind und keine private Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen haben, sind buchstäblich mit schlechten Karten unterwegs.

Denn der ohnehin nicht gleichwertige Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Ausland beschränkt sich im Wesentlichen auf die Europäische Union, den europäischen Wirtschaftsraum und auf Länder, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen in der Krankenversicherung besteht, darunter Israel und Marokko – die USA gehören nicht dazu.

Das heißt, dass die GKV dort nicht einmal für einen kleinen Teil der Arzt- und Krankheitskosten aufkommt, sondern überhaupt nicht zahlt. Bei privat Versicherten gilt indes, dass der Leistungsumfang im Ausland immer vom jeweiligen Vertrag abhängt.

Doch selbst jene Urlauber, die es zum Wandern in die nahe gelegenen Alpen zieht, sollten keinesfalls nur an das richtige Schuhwerk denken, sondern lieber auch den wichtigen Auslandsreisekrankenschutz in den Rucksack packen: Denn ein Unfall im österreichischen Kleinwalsertal kann trotz weniger Kilometer Abstand zur Grenze einen immensen Kostenberg zur Folge haben, der im Ernstfall zum großen Teil eigenhändig abzutragen ist.

Rückt die Bergrettung mit dem Hubschrauber an, so sind dafür in Österreich knapp 7.000 Euro fällig. Die GKV erstattet aber nur den bei unseren Nachbarn üblichen Satz von nicht einmal ganz 900 Euro.

Nun mag zumindest ein derartiges Risiko überschaubar wirken, erfreulicherweise gilt das aber auch für die Preise entsprechender Policen.