Neuregelung der Zinszusatzreserve 2018 „Wir befürchten, dass erneut die Versicherten die Zeche zahlen müssen“

Axel Kleinlein ist Vorstandssprecher der Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten.
Axel Kleinlein ist Vorstandssprecher der Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten. © BdV

Viele Versicherer ächzen und stöhnen unter der Last der Zinszusatzreserve. Die Aufsichtsbehörde Bafin will die Unternehmen nun entlasten, gab sie auf ihrer Jahrespressekonferenz bekannt – allerdings erst Anfang 2018. Das löst bei Verbraucherschützern Unmut aus. Wenn jetzt schon klar sei, dass Handlungsbedarf bestehe, müsse auch jetzt schon gehandelt werden, fordert Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten.

| , aktualisiert am 15.05.2017 11:35  Drucken

Für die Verbraucherschützer vom Bund der Versicherten (BdV) ist es nicht nachvollziehbar, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) erst 2018 eine Neuregelung der Zinszusatzreserve (ZZR) herbeiführen will. „Wenn jetzt schon klar ist, dass Handlungsbedarf besteht, dann sollte mit offenen Karten gespielt werden. Verbraucher, Unternehmen und Öffentlichkeit haben ein Recht darauf, jetzt schon zu erfahren, wie das Problem gelöst werden soll“, sagt BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein.

Nach Angaben der Bundesregierung belief sich die Zinszusatzreserve im vergangenen Jahr auf insgesamt rund 44 Milliarden Euro. Das sei Geld, das den Verbrauchern vorenthalten werde und eine rentable Altersvorsorge verhindere, so die Verbraucherschützer. Außerdem könne der Reservetopf zu groß werden und die Lebensversicherer damit in arge Bedrängnis bringen. „Ohne geeignete Maßnahmen wird die Branche ins Trudeln geraten“, so Kleinlein.

Wie die Neuregelung der ZZR aussehen könnte ist noch unklar. „Wir befürchten, dass womöglich erneut die Versicherten die Zeche zahlen müssen“, so der BdV-Vorstandssprecher weiter. Der Grund für das zögerliche Handeln der Aufsichtsbehörde sieht Kleinlein in der anstehenden Bundestagswahl: „Wir befürchten, dass wegen der Wahlen das nun auch von der Aufsicht erkannte Problem für die deutsche Lebensversicherung heruntergespielt werden soll“, so Kleinlein. Die Versicherten hätten aber ein Recht darauf, auch schon vor der Wahl zu erfahren, wie es um ihre Altersvorsorge stehe.

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