Piste direkt hinterm Strand: Ein Airbus A319 landet auf dem Flughafen von St. Maarten, der für Piloten als einer der herausforderndsten der Welt gilt. © picture alliance / Markus Mainka
  • Von Lorenz Klein
  • 11.07.2022 um 11:09
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Endlich wieder raus, die Welt sehen! Der Reisehunger der Deutschen ist so groß wie lange nicht. Dabei gehört zu einer sorgfältigen Urlaubsplanung auch ein transportabler Versicherungsschutz. Hier kommen die Details.

Barbados statt Bad Bramstedt, lieber „Dom Rep“ als Usedom – nach coronabedingter Vollbremsung sehnen sich viele Deutsche danach, bloß nicht auch noch den dritten Sommer hintereinander überwiegend im Inland zu verreisen. Und das lässt nicht nur die Tourismusindustrie aufatmen, sondern auch so manche Versicherer, die sich in der Nische Reiseversicherung eine starke Stellung erobert haben – wie etwa die Hanse-Merkur, die in dem Segment traditionell zu den Marktführern zählt.

„Die Reiselust der Deutschen ist dieses Jahr mit voller Kraft zurückgekehrt“, freut sich Johannes Ganser, Vorstand Kooperations- und Reisevertrieb der Hanse-Merkur. So hätten 86 Prozent der Deutschen konkret vor, in den Urlaub zu fahren, sagt Ganser und beruft sich dabei auf eine bevölkerungsrepräsentative Online-Umfrage, die beim Marktforschungsunternehmen „Heute und Morgen“ beauftragt wurde.

Allerdings stammen die Umfrageergebnisse von Ende Februar/Anfang März – seither hat sich nicht nur der Krieg in der Ukraine weiter zugespitzt, sondern auch die Inflation immer tiefer durch die Portemonnaies der Deutschen gefressen. Ausgerechnet jetzt also, wo die Corona- Lage so beherrschbar ist wie nie zuvor, kommt einem dieser aktuelle Satz aus der „Süddeutschen Zeitung“ in den Sinn: „Diese unsere Zeit kennzeichnet nun mal, dass Krisen nicht überwunden, sondern von größeren Krisen geschluckt werden.“

Und tatsächlich kursiert bereits eine neue Umfrage, wonach sich jeder zweite Deutsche (48 Prozent) wegen des massiven Anstiegs der Verbraucherpreise beim Sommerurlaub 2022 einschränken möchte – 16 Prozent planen sogar, komplett auf eine Reise zu verzichten. Jeder dritte Bundesbürger (32 Prozent) will sich hingegen keinerlei Einschränkungen auferlegen, wie das Marktforschungsinstitut Insa Ende Mai mitteilte. Immerhin: Von denen, die in diesem Jahr in den Urlaub fahren, möchte die Mehrheit (57 Prozent) die Ferien außerhalb Deutschlands in Europa verbringen. 14 Prozent zieht es ins außereuropäische Ausland und 29 Prozent planen, im eigenen Land zu urlauben.

Unverzichtbarer Auslandsreiseschutz

Vor allem eine Police ist bei Destinationen jenseits deutschen Bodens ein Muss, wie man beim Bund der Versicherten (BdV) betont: „Die Auslandsreisekrankenversicherung zählen wir zu den wichtigsten Versicherungen, die nach unserer Einschätzung alle Auslandsreisenden brauchen“, sagt BdV-Pressesprecherin Bianca Boss – schließlich gehe es für Reisende darum, die Erstattung der anfallenden Kosten im akuten Krankheitsfall abzusichern – insbesondere die Kosten für einen medizinischen Rücktransport, wie Boss hinzufügt.

Tim Schmidt, verantwortlich für das Kundengeschäft bei der Generali-Tochter Europ Assistance Deutschland, ist überzeugt davon, dass die Reisekranken-Police durch die Pandemie „noch einmal bedeutend an Gewicht gewonnen“ habe. „Gerade in Zeiten von Covid-19 ist eine richtige Absicherung der medizinischen Versorgung im Ausland unabdingbar, um sorgenfrei den Urlaub antreten zu können“, so Schmidt. Dabei sollte die Krankenabsicherung speziell den Schutz vor pandemischen Erkrankungen wie Covid-19 beinhalten, wie Schmidt findet.

Vertrauen ins Reisen zurückgegeben

Bei der Hanse-Merkur ist man dann auch sichtlich stolz, dass man 2020 der erste Anbieter gewesen ist, der einen „Corona-Reiseschutz“ auf den Markt gebracht hat. „Diese Absicherung hat 2021 vielen Verbrauchern das Vertrauen ins Reisen zurückgegeben“, wie Konzernchef Eberhard Sautter im Mai erklärte. Demnach sind Leistungen rund um eine Covid-19-Erkrankung in die Reiseversicherungen eingeschlossen, wie etwa medizinisch notwendige Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte am Urlaubsort. Der Corona-Reiseschutz soll dann vor Folgekosten schützen, die aufgrund eines Erkrankungsverdachts während der Reise entstehen können – zum Beispiel infolge einer Quarantäne-Anordnung.

Seite 2: BdV hadert mit der Reiserücktrittsversicherung

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit 2016 an.

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