Sebastian Heithoff leitet bei der auf Banken und Versicherungen spezialisierten Digitalagentur .dotkomm gesamtverantwortlich einen operativen Bereich. © Sebastian Heithoff
  • Von Redaktion
  • 10.10.2019 um 15:01
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In seinem neuen Buch „The end of Insurance as we know it“ (zu deutsch: Das Ende der Versicherung, wie wir sie kennen) geht Redner und Insurtech-Kenner Rob Galbraith auf aktuelle Probleme der Versicherungswirtschaft ein. Sebastian Heithoff von der auf Banken und Versicherungen spezialisierten Digitalagentur .dotkomm hat das Werk gelesen. Hier gibt er seinen Senf dazu.

 

Als diese Hürden identifiziert er vor allem das Customer Engagement bei einem Produkt, das für ein solches wenig gemacht ist – abschließen, haben, vergessen. Doch es gilt, hier Mehrwert zu bieten: Bindung, Vertrauen, Transparenz zu erreichen und ein Kundenerlebnis zu etablieren. Für Galbraith sind dafür P2P-Insurance und Blockchain wichtige Treiber, ebenso Telematik, Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz/Machine Learning, Cloud-Nutzung, Digital Marketing, Chatbots, Big Data und Robotic Process Automation. „KPI is the API“ schreibt er. In diesen vier Worten steckt ein Universum von Wahrheit. Das bedeutet in der Langfassung: Key Performance Indicator is the Application Programming Interface. Oder auf Deutsch eben: Die Programmierschnittstelle ist der zentrale Leistungsmesser.

Und weshalb machen wir es dann nicht einfach so? Die etablierten Versicherer haben eine ganze Reihe von Vorteilen auf ihrer Seite (Kapital, Marktmacht, Erfahrung, zahlreiche und top ausgebildete Mitarbeiter), aber auch einige Nachteile für Innovation (Trägheit, Konservativismus, Top-down-Führung, den Kunden mehr versprechen, als man hält, Kurzzeitdenken vor allem im Vertrieb). Deshalb sieht Galbraith die nachkommenden Talente (insbesondere der Millennials) als wichtiges Element an, zusammen mit der Innovationskraft der Insurtechs und Geldern aus Venture Capital, das diese fördert.

Parallele Systeme 

Die Veränderung unserer Branche wird nicht über Nacht kommen, schreibt Galbraith. Das bisherige System und eine neue Art von Versicherung (mit Big Data, Telematik, Pay-as-you-live, Blockchain) werden über Dekaden nebeneinander existieren, ohne sich binnen weniger Jahre zu kannibalisieren. Damit widerspricht er all denjenigen, die eine kurzfristige Disruption der Branche binnen weniger Jahre sehen. Dafür bekam er von mir auch am Anfang das HDGDL (hab dich ganz doll lieb): Es muss nicht immer das Horror-Szenario sein, vor dem es sich zu fürchten gilt.

Ich wünsche mir von unserer Branche, dass sie ihren aktuellen Kurs der eintretenden Öffnung konsequent beibehält: den Dialog mit Insurtechs und „jungen Wilden“ suchen, nicht mehr den Satz, „Das haben wir immer schon so gemacht“ verwenden, das Phlegma ad acta legen, dass man aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen muss. Wir befinden uns in einer spannenden Zeit! Die Zeichen stehen auf Kooperation, das Insurlab Germany, AMC-Forum, Versicherungsforen Leipzig und diverse andere Netzwerke sind das beste Beispiel. Ich bin ein bekennender Fan unseres Miteinanders. Machen wir genau so weiter – mit offenem Visier.

Über den Autoren

Die Vorteile von Digitalisierung und digitaler Transformation in Vertrieb und Marketing nutzbar machen – das ist die Mission von Sebastian Heithoff. Der Berater mit zwölf Jahren Versicherungs- und Marketing-Erfahrung leitet bei der auf Banken und Versicherungen spezialisierten Digitalagentur .dotkomm gesamtverantwortlich einen operativen Bereich.

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