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Jeder fünfte Student wird psychisch krank Warum sich der frühe Abschluss einer BU lohnt

Jeder fünfte Student hat psychische Probleme, zeigt eine Untersuchung der TK.
Jeder fünfte Student hat psychische Probleme, zeigt eine Untersuchung der TK. © Getty Images

Jeder fünfte Student hat mit einer psychischen Erkrankung zu tun. Das zeigt eine Studie der Techniker Krankenkasse. Die Werte und der Trend an sich legen einen Schluss nahe: Der frühe Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kann sich lohnen.

| , aktualisiert am 06.01.2017 10:08  Drucken
In einer aktuellen Studie belegt die Techniker Krankenkasse (TK), dass jeder fünfte Student 2014 die Diagnose einer psychischen Erkrankung erhielt. Neben Depressionen gehören somatoforme Störungen, Anpassungs-, Belastungs- und Anpassungsstörungen zu den Diagnosen unter den 190.000 ausgewerteten Daten von Versicherten der größten deutschen Krankenkasse. Dabei steht die Tatsache einer aktuellen Diskussion gegenüber: Wann sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen – und wie lange kann man abwarten?

Experten raten zur frühen Absicherung

Experten raten schon länger zu einer frühen Absicherung der eigenen Arbeitskraft. Darauf reagierte die Branche mit einer ganzen Reihe von Produkten, die günstige Prämien für geringe Einkommen bereithalten, und Tarifen, die schon in jungen Jahren abgeschlossen werden können. Diese hat sich Makler Matthias Helberg kritisch angesehen und ermittelt, ob es sich dabei tatsächlich um ein Entgegenkommen handelt. Das Ziel dieser Angebote ist klar definiert: Möglichst viele Menschen sollen eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Ausschlüsse von Leistungen erhalten.
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Hintergrund dieser Entwicklung ist die steigende Zahl von Ablehnungen und Leistungsausschlüssen beziehungsweise Risikozuschlägen in den vergangenen Jahren. Dazu hat das Analysehaus Franke & Bornberg eine Untersuchung durchgeführt, die auf den beantragten Leistungsfällen basiert. Von etwa 22.000 Anträgen wurden 13.200 problemlos bearbeitet. Über 9.000 Anträge wurden indes abgelehnt.

Ablehnung meist erst im Leistungsfall

Besonders ärgerlich dabei ist der Umstand, dass die Ablehnung erst im Leistungsfall erfolgt. Dabei spielt der Rücktritt oder die Anfechtung des Vertrags eine besondere Rolle. Dies weist insbesondere auf Fehler im Antrag hin, die in der Folge auf eine Ablehnung des Versicherungsantrags hinausgelaufen wären.

Dabei leistet die Branche ihren Beitrag. So wird die Berufsgruppeneinteilung vermehrt dazu genutzt, mithilfe einer feineren Untergliederung eigentlich unversicherbare Berufe doch abzusichern. Dazu trennen sich viele Versicherer von der Systematik, Berufe in vier Risikoklassen zu unterteilen. Die meisten Anbieter besitzen bereits sechs oder acht Klassen innerhalb derer die Berufe risikogerecht gruppiert werden. Dabei monierte Makler Philip Wenzel erst jüngst in einem Gastbeitrag bei uns, dass dies das grundsätzliche Problem der Berufsunfähigkeitsversicherung auch nicht löse.

Depressionen und andere psychische Probleme liegen vorn

Diese beiden Entwicklungen haben einen ernsten Hintergrund: So zeugt die ansteigende Transparenz von Gesundheitsdaten davon, dass eine frühe Absicherung notwendig ist. Die Untersuchung der Techniker Krankenkasse belegt, dass Depressionen und psychische Erkrankungen als Hauptursache für Berufsunfähigkeit auch in jungen Jahren bereits ein Thema sind. Wer sich nicht rechtzeitig um Schutz bemüht, könnte zu lange warten.

Gleichzeitig weist die Studie der TK auch auf ein weiteres Problem hin: Die Vorstellung von Berufsunfähigkeit hat sich verändert. So handelt es sich nicht länger um eine über Jahre andauernde Erkrankung, die eine Rückkehr ins Arbeitsleben ausschließt. Tatsächlich zeugen die Tendenzen eher davon, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung verstärkt für eine vorübergehende Unfähigkeit zu arbeiten aufkommen muss. So argumentiert auch Ralph Brand, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland, wenn er auf den Zusammenhang der steigenden Zahlen junger Berufsunfähiger und die notwendige Absicherung dieser hinweist.

Unterbrochene BU nimmt zu

Hieraus ergeben sich neue Aspekte, die Versicherer wie Vermittler gleichermaßen berücksichtigen sollten: Einerseits bedeutet dies, dass die Regelungen, ab wann eine Leistung anfällt, Anpassung verdienen. Einige Anbieter haben bereits vor einigen Jahren darauf reagiert und Produkte entwickelt, die bereits ab Beginn der Krankschreibung leisten. Diese sollen verhindern, dass eine Versorgungslücke auftritt.

Andererseits heißt dies für Vermittler jedoch auch, die Absicherung verstärkter als Konzept aufzubauen. Die Versicherung der Arbeitskraft bedarf mehr als einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer an psychischen Erkrankungen leidet, benötigt in der Akutsituation keine Absicherung für das Alter. Hier gilt es für jene Berater, die für eine frühe Altersvorsorge plädieren, zunächst das näherliegende Risiko abzusichern. Im Umkehrschluss bedeutet dies für Kunden, sich darauf einzustellen, später höhere Prämien zu bezahlen.

Generell gilt jedoch auch bei Vorerkrankungen, dass dies nicht mit einer grundsätzlichen Ablehnung des Vertrags gleichzusetzen ist. So erklärte Michael Franke im Interview mit uns jüngst, dass in dem vergleichbaren Produkt der Dread-Disease-Versicherung psychische Erkrankungen kein generelles Ausschlusskriterium darstellt. Gleiches dürfte auch für die Berufsunfähigkeitsversicherung gelten.
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