Franziska Geier ist Geschäftsführerin von Stoïk in Deutschland © Stoïk
  • Von Andreas Harms
  • 30.05.2024 um 12:27
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Warum lange Fragebögen vollpinseln, wenn man sich die Systeme der Kunden auch einfach ansehen und selbst beurteilen kann? Welchen Vorteil das auch noch bringt, erklärt die Geschäftsführerin des Cyberversicherers Stoïk in Deutschland, Franziska Geier. Ein Gespräch über Stoizismus, den Buchstaben i mit zwei Punkten und innerhalb von 10 Sekunden angenommene Anträge.

Pfefferminzia: Zu Beginn eine sehr wichtige Technikfrage. Wie schreibt man auf einer deutschen Tastatur ein i mit zwei Punkten?

Franziska Geier: Für den Mac kann ich das direkt beantworten. Sie halten die „i”-Taste gedrückt und drücken die „2”. Um es allen einfacher zu machen, nutzen wir in E-Mails aber nur das normale i. (Nachträgliche Anmerkung der Redaktion: Unter Windows hält man die „Alt“-Taste und drückt nacheinander 0239)

Woher kommt denn der Firmenname.

Geier: Aus dem Französischen von stoïque, also stoisch sein. Das geht nur mit den zwei Punkten. Auch das Logo sieht damit einfach schöner aus. Aber im normalen Schriftwechsel kann man das auch anders schreiben.

Ich verstehe unter stoisch so etwas wie gelassen oder ausgeglichen. Passt das zum Unternehmen?

Geier: Absolut. Der Stoizismus ist eine griechische Philosophie. Die Menschen haben sich damals überlegt, wie man gelassen und glücklich leben kann. Um es kurzzufassen: Dinge, die du ändern kannst, sollst du ändern. Und Dinge, die du nicht ändern kannst, musst du eben hinnehmen. Entscheidend ist, dass man erkennt, was in welche Kategorie gehört.

„Müssen wir damit leben, dass wir irgendwann aufs falsche Katzenfoto klicken?“

Und das soll zu einem Versicherer passen?

Geier: Als spezialisierter Cyber-MGA setzen wir zunächst auf Sicherheit und Prävention. Das ist der Teil, in dem Sie aktiv werden können. Wo Sie Dinge ändern können. Aber es bleibt immer auch ein Restrisiko, egal, wie sicher Sie sich aufstellen. Das müssen wir akzeptieren und auf die Cyberversicherung transferieren.

Wir müssen also damit leben, dass wir irgendwann dann doch auf das falsche Katzenfoto klicken und es uns erwischt?

Geier: Katzen sind immer super (lacht). Aber ja, es lässt sich wirklich nicht immer vermeiden. Aber es ist oberstes Ziel, europäischen Unternehmen ein Mindestmaß an Cybersicherheit und Prävention zur Verfügung zu stellen. Damit sinkt zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schaden eintritt, aber auch die Schadenhöhe.

Damit haben Sie mehr damit zu tun, Schäden vorzubeugen, als welche zu bearbeiten?

Geier: Wir haben tatsächlich mehr Leute im Technikteam als in der reinen Schadenadministration. Wir haben allerdings auch ein sogenanntes Cyber-Incident-Response-Team. Das hat mit beiden Gebieten zu tun – mit schon eingetretenen Schäden und präventiv. Es kann bei Unternehmen Schwachstellen finden, sie schon im Vorfeld beseitigen und im Falle eines Cyber-Angriffs aktiv werden. Insgesamt hält sich alles durchaus die Waage.

Seite 2: „Es werden immer wieder Verträge umgedeckt“

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Andreas Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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