Fake-President-Masche Sparkasse muss für rund 1,7 Millionen Euro gerade stehen

Eine Sparkasse in Baden-Württemberg muss für den Schaden eines mittelständischen Kunden aufkommen, der auf eine Fake-President-Masche hereingefallen ist.
Eine Sparkasse in Baden-Württemberg muss für den Schaden eines mittelständischen Kunden aufkommen, der auf eine Fake-President-Masche hereingefallen ist. © dpa/picture alliance

Eine Sparkasse in Baden-Württemberg muss für den Schaden eines mittelständischen Kunden aufkommen. Eine Mitarbeiterin fiel auf die sogenannte Fake-President-Masche herein und überwies fast 1,7 Millionen Euro an einen Internetbetrüger. Das Landgericht Karlsruhe urteilte nun, dass die Sparkasse für den Schaden einstehen muss.

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Eine Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe gegen die Sparkasse Pforzheim Calw dürfte auch andere Kreditinstitute aufhorchen lassen. Denn die Sparkasse hatte die Überweisung eines mittelständischen Kunden ausgeführt, die, wie sich später herausstellte, an einen Betrüger ging. Insgesamt rund 1,7 Millionen Euro verlor der Mittelständler. Von diesem Fall berichtet das Handelsblatt.

Es begann alles als typische Cyber-Betrugsmasche, auch CEO-Fraud oder Fake-President-Masche, bei der eine Nachricht vom Chef vorgegaukelt wird. Meist sind die Buchhalter das Ziel. Sie sollen dazu bewegt werden, Geld zu überweisen. Die Buchhalterin dieses Mittelständlers nahm die Überweisung vor. Für die beiden Überweisungen, einmal in Höhe von 675.000 Euro, ein weiteres Mal waren es 980.000 Euro, sei sie nicht befugt gewesen, so der Anwalt der Firma.

Sparkasse will gegen Urteil vorgehen

Auch das Landgericht Karlsruhe sah in dem Verhalten der Sparkasse einen Fehler. Daher müsse sie das Geld ersetzen. Dagegen wolle die Sparkasse jedoch vorgehen, wie das Handelsblatt schreibt, da sich der Betrug beim Kunden abgespielt habe.

Das alles konnte unter anderem deswegen geschehen, weil die Buchhalterin übersehen hatte, dass die vermeintliche E-Mail vom Chef nicht auf .de endete, sondern auf .st, der Kennung des afrikanischen Inselstaats São Tomé und Príncipe. Die E-Mail-Adresse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, wohin die Buchhalterin die Unterschriftenprobe ihres Chefs zur Authentifizierung sandte, war ebenso gefälscht und ging an den Betrüger.

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