Ein Rollstuhlfahrer fährt über Kopfsteinpflaster. © picture alliance / Winfried Rothermel | Winfried Rothermel
  • Von Juliana Demski
  • 08.03.2021 um 14:03
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Die Grundfähigkeitsversicherung gehört zu den aktuellen Hoffnungsträgern der Lebensversicherer. Gemeinsam mit dem Beratungshaus „Biometrie Expertenservice“ hat die Rating-Agentur Assekurata deshalb ein neues Verfahren zur Bewertung entsprechender Tarife entwickelt. Ein erstes Unternehmen hat sich diesem bereits gestellt – und erhielt ein „sehr gut“.

Aus Sicht der Experten wird man dem Profil einer Grundfähigkeitsversicherung ohnehin nicht gerecht, wenn man sie nur als bezahlbare (weil  leistungsschwächere) Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung einordnet. „Ihrem Wesen nach hat die Grundfähigkeitsversicherung überhaupt keinen Bezug zum Beruf, sondern sieht dann eine monatliche Rentenzahlung vor, wenn bestimmte Alltagsfähigkeiten eingeschränkt sind“, klärt Arndt von Eicken auf. Damit könne sie auch Kosten auffangen, wenn ein Versicherter nicht im Arbeitsumfeld, sondern in der Freizeit gesundheitlich eingeschränkt ist.

Noch kein Standard am Markt in Sicht

Laut Assekurata sind die Versicherer weit entfernt von einem marktdeckenden Standard in Sachen Versicherungsbedingungen. Auch in den Prospektunterlagen seien häufig pauschale Schlagwörter zu finden, die einen universellen Versicherungsschutz suggerierten, aber keinen Rückschluss auf die eigentliche Qualität zuließen.

Das neue Bewertungsverfahren umfasst deshalb 50 Detailkriterien, die den folgenden zehn Hauptkriterien zugeordnet sind:

  • Verlust der Grundfähigkeit
  • Leistungsauslöser
  • Leistungsbewertung
  • Ausschlüsse und Wiedereinschlüsse
  • Wechseloption
  • Allgemeine Bestimmungen
  • Leistungsarten
  • Zahlungshilfen
  • Besonderheiten und Erweiterungen
  • Transparenz

Ein erstes Unternehmen hat sich dem Bewertungsverfahren bereits gestellt: die Dortmunder Lebensversicherung. Ihr neu aufgelegter Grundfähigkeitstarif „Plan D – Die 3“ erhielt hierbei die Note sehr gut (1,4). „Diese Tarifvariante zeichnet sich besonders durch den Baustein „Die Arbeit“ aus. Hierbei wird eine echte Möglichkeit zur Arbeitskraftabsicherung geschaffen, falls der Versicherte nicht mehr mindestens drei Stunden am Tag arbeiten kann“, betont Analyst von Eicken.

Die Variante „Die 2“ sei bedingungseitig größtenteils identisch. Allerdings sei der Baustein „Die Arbeit“, ebenso wie die Erkrankungen Schwere Depression und Schizophrenie, nicht versicherbar. Insgesamt führte dies zur Note gut (1,7).

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört sie seit 2016 an.

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