Klare Worte sind (mal wieder) notwendig. Gerade jetzt, wenn abzusehen ist, dass die Prämien zur Sicherung des Einkommens im nächsten Jahr wiederholt steigen werden. Seit Jahren versucht die Versicherungswirtschaft entsprechende Angebote am Markt zu machen, wenn es um die Sicherung dieses Risikos geht. Dabei teilt sich die Gesellschaft immer weiter auf. Die Prämien für körperlich Tätige, meist auch mit geringeren Einkommen, sind sehr viel höher als bei Bürotätigkeiten.



Wer hat Schuld daran?

Die Schuld liegt nicht in der Versicherungswirtschaft, die die Aufgabe nach entsprechenden Versicherungsschutz vom Staat überlassen bekam, der sich über Nacht aus der Verantwortung stahl. Niemand hat das kritisiert. Die Gegebenheiten des Vertragsrechts lassen sich nun mal nicht „solidarisch“ verändern, wenn es um den Risikoausgleich geht. Verändert werden muss die Wahrnehmung des Einzelnen innerhalb der Gesellschaft. Selbstverantwortung stärken. Der Schuldige ist nicht die Versicherungswirtschaft, er findet sich im Spiegel.

Erst wenn der Dachstuhl brennt

„Mir wird das nicht passieren“, ist immer wieder zu hören. Dabei ist der Hauptgrund, berufsunfähig zu werden die Psyche, die meist durch Überlastung und die nicht vorhandene Trennung zwischen Privat- und Berufsleben erkrankt. Demnach ist jeder gefährdet, egal welche Tätigkeit er ausübt. Meist aber wird erst Versicherungsschutz gesucht, wenn man älter ist, einen Beruf ergriffen hat und oft schon die ersten Zipperlein bestehen. Späte Einsicht, die hohe Beiträge, Leistungsausschlüsse oder auch nur Zuschläge begründet.

Wahrnehmung ändern

Die Wahrnehmung des Risikos, insbesondere auch in Bezug auf plötzliche Erkrankungen oder Unfälle hat sich zu verändern. Zu empfehlen ist die Absicherung bereits ab dem zehnten Lebensjahr, wenn die Gesundheit noch unbeeinträchtigt ist, und ein Beruf, der die Risikobewertung verändert, noch nicht ergriffen wurde.