Zielgruppe

„Das wichtige Thema Kindervorsorge früh positionieren“

Mit Sascha Bassir, Vorstand Baloise Vertriebsservice, sprechen wir über das neue Kinderprodukt Baloise Best Invest Kids, künstliche Intelligenz und Vertriebsunterstützung.
Sascha Bassir ist seit 2015 Vorstand der Baloise Vertriebsservice AG und in dieser Position verantwortlich für den Lebensversicherungs- und Investmentvertrieb von Baloise in Deutschland.
© Baloise Vertriebsservice
Sascha Bassir ist seit 2015 Vorstand der Baloise Vertriebsservice AG und in dieser Position verantwortlich für den Lebensversicherungs- und Investmentvertrieb von Baloise in Deutschland.

Pfefferminzia: Baloise und Helvetia wollen sich zusammenschließen. Wie schätzen Sie jetzt Ihre Marktposition ein – und was erhoffen Sie sich von der Fusion?

Sascha Bassir: Wir haben in der Biometrie einen Marktanteil im Maklermarkt von über 10 Prozent und gehören damit zu den Marktführern. Auch in der kapitaleffizienten Altersvorsorge haben wir mit der fondsgebundenen Rentenversicherung Best Invest in den vergangenen zwei Jahren erhebliche Marktanteile hinzugewonnen. Wir gehen davon aus, dass diese sehr positive Entwicklung anhalten wird, da wir zu Beginn dieses Jahres eine nochmals verbesserte Basisrente und seit 1. Juli 2025 auch eine optimierte Kinderrentenversicherung anbieten. Wir sind mit unserer Marktposition und den weiter steigenden Marktanteilen sehr zufrieden.

Sie sprachen eben die Kinderrentenversicherung an: Baloise Best Invest Kids vereint Vermögensaufbau mit biometrischer Absicherung – ist das die Blaupause für Ihre Lebensversicherungen der Zukunft?

Bassir: Die Blaupause für unsere fondsgebundenen Rentenversicherungen ist die 2023 eingeführte Baloise Best Invest mit ihrer sehr schlanken Kostenstruktur und ihrer hohen Flexibilität. Best Invest Kids vervollständigt die Best Invest Familie. Das neue Produkt übernimmt die zentralen Vorteile der Baloise Best-Invest-Linie und vereint zukunftsorientierten Kapitalaufbau mit innovativen Möglichkeiten zur Absicherung biometrischer Risiken – speziell für Kinder.

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Diese Kombinations-Produkte sind nicht unumstritten im Markt. Viele Experten raten, biometrische Absicherung und Sparvorgang zu trennen. Warum hat die Baloise sich trotzdem für diesen Weg entschieden?

Bassir: Grundsätzlich halten wir diese Trennung auch für sinnvoll. Bei der Kinderversicherung sehen wir aber eine spezielle Situation. Hier geht es nicht nur um den zukünftigen Vermögensaufbau, sondern auch um eine erst in der Zukunft eintretende Absicherungsnotwenigkeit, für die allerdings heute schon die Weichen gestellt werden können. Und zwar um sicherzustellen, dass diese Absicherung später auch ermöglicht wird. Daher lassen sich die beiden Komponenten hervorragend miteinander verbinden.

Automatisch eingeschlossen ist in der Best Invest Kids die Berufsstart-Option ohne Extrabeitrag. Hier besteht die Möglichkeit, später eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung abzuschließen. Dafür brauchen heute, zum Zeitpunkt des Abschlusses, keine Gesundheitsfragen beantwortet zu werden. Alternativ dazu kann der Kunde zu einem moderaten Mehrbeitrag den Zusatzbaustein „Startklar Plus“ abschießen. In diesem Fall werden bereits heute Gesundheitsfragen beantwortet. Dafür entfällt die Gesundheitsprüfung bei Ausübung der BU-Option.

Wie gelingt es, in einem Kinderprodukt Renditechancen und Sicherheit sinnvoll zu kombinieren?

Bassir: Kinderpolicen haben in der Regel lange Laufzeiten. Daher setzen wir im Rahmen von Baloise Best Invest Kids auf den Vermögensaufbau mit Investmentfonds. Dadurch profitiert der Kunde von den Kapitalmarktchancen und etwaige Schwankungen fallen weniger ins Gewicht. Hinzu kommt, dass durch die günstigen Effektivkosten unseres Produktes mehr Sparbeiträge in die Anlage fließen. Darüber hinaus bieten wir selbstverständlich auch Sicherungskomponenten an, etwa Depotumschichtungen oder die spätere Wechselmöglichkeit in das Garantievermögen von Baloise. Auch die Sparbeiträge können über den sogenannten Schieberegler individuell zwischen dem Fonds- und Garantievermögen aufgeteilt werden.

Garantierter Rentenfaktor, Ein-Vertrags-Lösung, Startklar Plus – sind das aus Ihrer Sicht Alleinstellungsmerkmale?

Bassir: Alle diese Punkte sind wichtig. Das Alleinstellungsmerkmal ist aber das Gesamtpaket als solches, was ich mit den drei folgenden Punkten skizzieren möchte:

  1. Bewährte Produktmerkmale des Vorgängerprodukts bleiben erhalten, wie zum Beispiel der Abschluss auch ohne Unterschrift der Eltern.
  2. Leistungsstarke Features der Best-Invest-Produktlinie sind nun auch für Kinder verfügbar. Da gehört ein hoher garantierter Rentenfaktor sowie die Ein-Vertrags-Lösung mit dazu.
  3. Der neue Zusatzbaustein Startklar Plus ermöglicht eine frühe Invaliditätsabsicherung mit flexibler Wechseloption in eine Grundfähigkeiten- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Neu ist dabei, dass der Kunde wählen kann, ob die Gesundheitsprüfung für die BU zum Abschlusszeitpunkt erfolgt, oder im Rahmen der automatisch integrierten Berufsstartoption erst bei Ausübung dieser Wechselmöglichkeit. Diese Kombination ist derzeit einzigartig.

Die Police kann auch ohne Unterschrift der Eltern abgeschlossen werden. Ist das Produkt damit bewusst auf Großeltern und Paten zugeschnitten?

Bassir: Grundsätzlich richtet sich Baloise Best Invest Kids an Kunden und Interessenten, die für Kinder etwas ansparen, beziehungsweise Vorsorge betreiben wollen. Das sind in erster Linie die Eltern. Nach unserer Erfahrung haben aber auch Großeltern sowie Paten häufig den Wunsch, etwas für die Zukunft ihrer Enkel, Neffen oder Nichten zu tun. Dabei möchten viele dies tun, ohne die Eltern einzubinden. Das berücksichtigen wir selbstverständlich und bieten für diese Kundengruppe optional die Variante mit dem Fokus auf den Vermögensaufbau an, ohne dass die Eltern bei dem Vertrag von Oma oder Patenonkel als Versicherungsnehmer unterschreiben müssen.


Wie wichtig ist diese Käufergruppe für Sie – und wie wollen Sie sie erreichen?

Bassir: Natürlich ist die Gruppe der Eltern, Großeltern und Paten sehr wichtig. Denn schließlich sprechen wir mit diesen über die Kinder – und damit die Kunden von morgen. Die Erreichbarkeit dieser Gruppe ist für die Vertriebspartner relativ einfach: Sie sprechen ihre Kunden an, die sie ohnehin häufig bereits seit vielen Jahren betreuen und deren Lebenssituation sie kennen. Dadurch erfahren oder wissen sie, wer Kinder, Enkel oder Nichten hat, für die vorgesorgt werden sollte. Der wesentliche Punkt ist aber, über das richtige, bedarfsgerechte Produkt zu verfügen. Daher bieten wir für Kinder mit Best Invest Kids einen separaten Tarif mit besonderen Bestandteilen, Merkmalen und hoher, lebenslanger Flexibilität an. Das hilft Vermittlerinnen und Vermittlern heute bei der Ansprache und bietet künftig zudem attraktive Cross-Selling-Potenziale.

Inwiefern positionieren Sie sich hier bewusst gegen klassische Banksparpläne oder ETF-Depots?

Bassir: Kundenwünsche und Lebenssituationen sind verschieden, sodass sicher die unterschiedlichen Anlageformen ihre Daseinsberechtigung haben. Mit Baloise Best Invest Kids wollen wir die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Familien abdecken. Wie bereits gesagt, geht es um langfristige Zukunftsorientierung – also weit über reine Sparformen wie ETF-Depot- oder Banksparpläne hinaus. Absicherungselemente wie zum Beispiel eine BU-Option sind in den genannten Anlageformen nicht enthalten – bei uns schon. Ebenfalls fehlt bei den reinen Sparplänen die lebenslange Rente, welche ein Kernelement der fondsgebundenen Rentenversicherung darstellt. Selbstverständlich kann auch bei der Best Invest Kids aus einer Vielzahl von ETF gewählt werden.

Ein Vertragsabschluss ohne Elternunterschrift – auch digital möglich. Wie wichtig ist eine reibungslose digitale Journey für solche Zielgruppenlösungen?

Bassir: Ein digitaler Antragsprozess ist sehr wichtig. Das betrifft auf der einen Seite den eigenen Angebotsrechner und auf der anderen Seite auch die Möglichkeit über die Vergleichsplattformen neben der reinen Angebotserstellung auch das Geschäft finalisieren zu können. Beide Wege werden von den Vermittlern gleichermaßen stark genutzt.

Wie weit sind Sie in puncto digitale Antragsprozesse – gerade bei Policen mit mehreren Entscheidern?

Bassir: Wir arbeiten aktuell an einem neuen und modernen Angebotsrechner, mit dem insbesondere die Absicherung von biometrischen Risiken sowie der Altersvorsorge umgesetzt werden kann. Dabei geht es darum, einen möglichst einfachen und bedienerfreundlichen Antragsprozess auf die Beine zu stellen. Derzeit haben wir dazu verschiedene Piloten mit mehreren Maklerunternehmen im Einsatz und freuen uns über bereits sehr positives Feedback.

Welche Rolle wird künstliche Intelligenz künftig bei der Einschätzung biometrischer Risiken oder bei der Verwaltung solcher Policen spielen?

Bassir: Insgesamt gewinnt die Digitalisierung an Bedeutung – und somit auch die künstliche Intelligenz. Dies gilt für uns besonders in der Verwaltung, den Geschäftsprozessen und schließt auch Bereiche wie die Leistungsbearbeitung ein. KI ist derzeit in erster Linie ein Support-Instrument für unsere Mitarbeiter. Zu betonen ist an dieser Stelle, dass wir gerade in der Entscheidung über Leistungen immer noch auf die hohe Expertise der Leistungsprüferinnen und Leistungsprüfer setzen. Das heißt: Hier setzen wir auf die Verbindung aus Technik und Mensch.

Welche Argumente oder Services bieten Sie dem Vertrieb – gerade bei einem erklärungsbedürftigen, mehrstufigen Produkt?

Bassir: Unsere Vertriebsunterstützung geht deutlich über das Angebot von wettbewerbsfähigen Produkten hinaus. Dazu gebe ich gerne zwei Beispiele: Zum einen bieten wir mit unseren Mehrwert-Webinaren Impulse und wertvolles Praxiswissen zu verschiedenen Themen. Unter anderem zu Zielgruppenansätzen, Tipps zu digitalen Marketing-Kampagnen oder Investment-Know-how. Wir engagieren dazu auch neutrale und erfahrende Marktexperten als Referenten. Zum anderen bieten wir gerade zum Thema Investment mit dem Baloise Fonds Checker ein Tool an, das die Vermittler als digitale Fondsauswahl in der Kundenberatung hervorragend einsetzen können.

Wenn Sie Vermittlerinnen und Vermittlern einen einzigen Satz mitgeben dürften, warum sie Best Invest Kids aktiv anbieten sollten – wie würde dieser lauten?

Bassir: Baloise Best Invest Kids bietet Vermittlerinnen und Vermittlern die große Chance, das wichtige Thema Kindervorsorge früh zu positionieren, sich heute die Kunden von morgen zu sichern und so künftig von einem attraktiven Cross-Selling-Potenzial zu profitieren.

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