Mit leeren Stühlen machen die sächsischen Gastronomen am 1. Mai 2020 in Dresden auf ihre Probleme infolge der Corona-Pandemie aufmerksam. Die Unternehmensberatung Willis Towers Watson fürchtet, dass auch die Altersvorsorge der Deutschen aufgrund wirtschaftlicher Einbußen in Zukunft noch kürzer kommen könnte als ohnehin schon. © picture alliance/Robert Michael/dpa-Zentralbild/ZB
  • Von Lorenz Klein
  • 05.05.2020 um 11:02
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Die Deutschen sind sparbereiter, als sie wirklich sparen. Dieser Trend, den die Unternehmensberatung Willis Towers Watson schon seit einigen Jahren beobachte, könnte sich noch verschärfen. „Viele müssen kurzfristige finanzielle Einbrüche ausgleichen, die Altersvorsorge könnte in den Hintergrund geraten“ fürchtet Berater Wilhelm-Friedrich Puschinski – und lobt die betriebliche Altersversorgung, weil diese zum Sparen diszipliniere.

Die Sparbereitschaft der Deutschen sei hoch, doch die Ziele werden nicht erreicht. Zu diesem Fazit kommt die aktuelle Studie „Global Benefits Attitudes“ der Unternehmensberatung Willis Towers Watson. Diese hat die Einstellung der Arbeitnehmer in Bezug auf das Thema „Financial Wellbeing“ sowie auf die Altersvorsorge analysiert, wie die Berater am Dienstag mitteilten.

Obwohl etwas mehr als zwei Drittel der Deutschen (67 Prozent) denken, dass sie im Alter finanziell schlechter dastehen werden als ihre Eltern, hinken viele beim Sparen hinterher, lautet die Erkenntnis der Autoren. Demnach wären 44 Prozent der Deutschen dazu bereit, mehr in die Altersvorsorge zu investieren. Doch nur etwa 42 Prozent erreichten auch tatsächlich ihre selbst gesetzten Sparziele.

„Diesen Trend beobachten wir nun schon seit einigen Jahren – viele sind sparbereiter, als sie wirklich sparen“, kommentiert Wilhelm-Friedrich Puschinski, Leiter General Consulting bei Willis Towers Watson, die Ergebnisse. Seine Befürchtung: „In der aktuellen Situation könnte sich die tatsächliche Sparsumme noch verringern. Viele müssen kurzfristige finanzielle Einbrüche ausgleichen, die Altersvorsorge könnte in den Hintergrund geraten.“

bAV diszipliniert Sparer

Vor diesem Hintergrund kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die betriebliche Altersversorgung (bAV) ein gutes Mittel zur Alterssicherung sei: 85 Prozent der Mitarbeiter, die eine bAV haben, legen demnach jährlich einen Teil ihres Jahreseinkommens für ihre Altersvorsorge zurück. Bei Teilnehmern ohne bAV tun dies lediglich 61 Prozent, wie die Autoren berichten.

Hinzu komme, dass 52 Prozent der Befragten der Meinung seien, dass eine Betriebsrente ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis liefere als die private Vorsorge. „Wer langfristig mit einer bAV spart, kann kurze Ausfälle ausbalancieren. Die Entgeltumwandlung wird bei den meisten Mitarbeitern ganz normal weiterlaufen und niedrige Zinsen beschäftigen uns bereits seit der Finanzkrise,“ findet Willis-Towers-Watson-Berater Puschinski. „Das zeigt, dass die bAV auch in Krisensituationen ein gutes Mittel für die Vorsorge ist – sie kann auch mal eine Delle vertragen“, so das Fazit des Managers.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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