In zweieinhalb Monaten ist es wieder soweit: dann ist Weltspartag. Am 30. Oktober jährt er sich bereits zum 93. Mal. Überall werben Geldinstitute für das Einzahlen des Ersparten auf ihre Konten. In Deutschland beginnt das Sparen oft bereits im Babyalter mit den Münzen von Oma und Opa, die regelmäßig im Sparschwein landen.

„Die Deutschen haben ein großes Sicherheitsbedürfnis, das durch die Einlagensicherungssysteme der Sparkonten gestillt wird. Doch in der anhaltenden Nullzinsphase mit steigender Inflation sind die Sparformen wie Sparkonten, Festgeld- oder Tagesgeldkonten als Altersvorsorge-Instrument völlig ungeeignet“, sagt Uwe-Matthias Müller, geschäftsführender Vorstand und Mitbegründer des Bundesverbands Initiative 50plus. In dem seit 2011 aktiven Verein engagieren sich die Mitglieder für die besonderen Bedürfnisse dieser Zielgruppe. „Die Gesellschaft steht vor einer gravierenden Umwälzung durch den demografischen Wandel, und darauf sind wir noch nicht vorbereitet“, stellt Müller fest.

Ein ganz entscheidender Punkt der Veränderung: Noch immer werde seiner Meinung nach die Zeit im Ruhestand unterschätzt. „Wir orientieren uns an der Lebenserwartung früherer Generationen“, sagt er. Damals lagen oft 40 Arbeitsjahre hinter den Ruheständlern und vielleicht sieben Jahre Rente vor ihnen. Heute dagegen können sie sich auf etwa 30 arbeitsfreie Jahre freuen. „Zwar verbringen viele ihre letzten Jahre vermutlich nicht mehr so gesund, aber bis dahin verleben sie eine aktive und mobile Zeit, die sie nur mit den notwendigen finanziellen Mitteln nutzen können.“

In seinem Alltag beobachtet er, dass nach wie vor viele den Spar-, Tages- oder Festgeldkonten vertrauen. Zwar stellt Uwe-Matthias Müller eine Veränderung im Umgang mit Finanzthemen fest, doch die geht noch nicht weit genug. „Die heutigen 50-Jährigen gehen etwas selbstverständlicher mit Online-Banking oder auch Aktienhandel um, als es die Menschen dieser Altersgruppe noch vor zehn Jahren taten. Dennoch sind es immer noch zu wenige, die auf die modernen Möglichkeiten des Kapitalmarkts zurückgreifen“, sagt er.

Bei ihren Investitionen setzen sie zudem auf überteuerte Immobilien, weil die Darlehenszinsen so niedrig sind. Die Blase dieses Markts werde damit gestärkt. Welche Alternativen gibt es also, die Sicherheit und Rendite gewährleisten?