Altersvorsorge› Alle Artikel

Tragfähigkeitsbericht des Finanzministeriums Die dramatischen Folgen der demografischen Entwicklung

Rentner am Akkordeon: Die Altersarmut dürfte sich dank der demografischen Entwicklung in Zukunft dramatisch verschlimmern.
Rentner am Akkordeon: Die Altersarmut dürfte sich dank der demografischen Entwicklung in Zukunft dramatisch verschlimmern. © dpa/picture alliance

Bedenklich bis dramatisch sind die Ergebnisse des sogenannten Tragfähigkeitsberichts des Bundesfinanzministeriums. Er zeigt, welche Folgen die Alterung der Gesellschaft für die Staatsfinanzen haben könnte. So werden sich alleine die Ausgaben für die Pflege bis 2060 verdoppeln.

Wenn die Regierung nicht frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreift, droht Deutschland die Schuldenfalle, zeigt der Tragfähigkeitsbericht der Behörde. Im ungünstigen Szenario könnte der Schuldenstand bis 2060 „kontinuierlich auf rund 220 Prozent“ des Bruttoinlandsproduktes (BIP) steigen. Derzeit liegt die Staatsverschuldung in Prozent des BIP laut Bundesfinanzministerium bei 68,2 Prozent.

Grundlage für diese Prognose ist die demografische Entwicklung hierzulande, also Geburtenrate, Lebenserwartung und so weiter. War 2013 nicht einmal jeder Dritte Deutsche älter als 65 Jahre alt, könnte es 2060 dagegen jeder zweite von drei Deutschen sein, berichtet die Zeitung Die Welt, welcher der Tragfähigkeitsbericht vorliegt.

Für die Sozialsysteme ist diese Entwicklung hoch problematisch. Die Rentenausgaben werden laut Bericht selbst im günstigsten Fall von heute 9,3 Prozent am BIP auf 11,3 Prozent bis 2060 steigen. Im ungünstigen Szenario sind es 12,6 Prozent. Die Ausgaben der Pflegeversicherung werden sich sowieso verdoppeln: von heute 1,0 auf 1,8 Prozent. Im ungünstigen Szenario steigen die Ausgaben auf 2,5 Prozent.

Und das auszugleichen müsste der Staat im günstigen Szenario müsste ab sofort gut 7 Milliarden Euro weniger ausgeben oder mehr einnehmen. Im ungünstigen Fall würde sich der jährlich hinzukommende Anpassungsbedarf auf rund 23 Milliarden Euro verdreifachen.

Was kann der Staat sonst noch machen? Würden mehr Kinder helfen? Ja, aber das würde zu lange dauern. Mehr Frauen ins Arbeitsleben bringen, den medizinischen Fortschritt weiter verbessern, um die Gesundheitsausgaben zu reduzieren – ja, das wären mögliche Maßnahmen. Aber an einem Vorschlag der Beamten scheint kein Weg vorbeizuführen: „Eine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit“ würde sich „positiv auswirken“. Also doch die Rente mit 70, 72, 74 …
Renten-Debatte: Die Linke fordert Rentenniveau von 53 Prozent
Renten-Debatte Die Linke fordert Rentenniveau von 53 Prozent

Einhergehend mit der Renten-Reform ist auch das Rentenniveau in aller Munde. Die Linke fordert nun eine Anhebung auf 53 Prozent. Anders sei der Lebensstandard nicht zu halten, heißt es von Seiten des rentenpolitischen Sprechers der Partei, Matthias Birkwald. mehr...

Berufsständische Versorgungswerke: Verfassungsgericht muss über Riester-Zulagen entscheiden
Berufsständische Versorgungswerke Verfassungsgericht muss über Riester-Zulagen entscheiden

Haben Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke einen unmittelbaren Anspruch auf die Riester-Zulage? Nein, urteilte der Bundesfinanzhof im vergangenen Jahr. Der klagende Anwalt will sich mit dem Ergebnis aber nicht zufrieden geben. Er zieht nun vors Bundesverfassungsgericht. mehr...

Produkttest Inter Mein Leben: „So ehrlich ist derzeit keine Handvoll Versicherer am Markt“
Produkttest Inter Mein Leben „So ehrlich ist derzeit keine Handvoll Versicherer am Markt“

Bei der neuen Rentenversicherung Inter Mein Leben setzt der Mannheimer Versicherer auf Kostenersparnis. Die Kapitalanlage etwa läuft nur über Indexfonds. Was Versicherungsmakler Philip Wenzel von dieser Idee hält, lesen Sie in seinem Produkttest. mehr...

Neu: WhatsApp-Service
© by WhatsBroadcast