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Versicherungs-Apps sind keine Selbstläufer Doch nicht appgesichert – warum Fintechs scheitern

Die Alpspitze in Garmisch-Partenkirchen: Über die Versicherungs-App AppSichern hätten Vater und Sohn vor ihrer Tour noch schnell eine Schutz-Police abschließen können.
Die Alpspitze in Garmisch-Partenkirchen: Über die Versicherungs-App AppSichern hätten Vater und Sohn vor ihrer Tour noch schnell eine Schutz-Police abschließen können. © Getty Images

In diesen Tagen kommt eine Versicherungs-App nach der nächsten auf den Markt. Einige davon sagen dem klassischen Makler ganz klar den Kampf an. Dass das Konzept aufgeht, ist aber keine Selbstverständlichkeit. Das zeigt etwa das Beispiel von „AppSichern“-Macher Lennart Wulff.

| , aktualisiert am 14.01.2016 16:31  Drucken
Es sollte der ganz große Wurf werden. 2013 brachte Lennart Wulff seine Versicherungs-App „AppSichern“ heraus. Das Ziel: Junge Menschen dort ansprechen, wo sie mittlerweile am besten erreichbar sind – am Smartphone. Laut Süddeutscher Zeitung sollte die Apple-Generation die App nutzen, um Kurzzeit-Policen zu kaufen und damit konkrete brenzlige Situationen abzusichern. Gemeint sind damit Anlässe wie Trekking-Touren, Oktoberfest-Besuche oder Carsharing-Fahrten.

Funktioniert hat das aber nicht. „Die Abschlusszahlen liegen in den Tausendern“, so Wulff gegenüber der Süddeutschen. Das sei zu wenig, damit sich das Geschäft lohne und Versicherungspartner andockten.

Was ist bei Wulff schief gelaufen? Die Antwort ist einfach. Er machte den gleichen Fehler, wie viele Gründer vor ihm: Es mangelte ihm schlichtweg am Geld. Die Folge: Er konnte keine Werbung machen. Niemand erfuhr von dem Projekt. Die Kunden blieben aus.

Nun versucht Wulff, den Karren doch noch aus dem Dreck zu holen und Geldgeber an Land zu ziehen. Dann will er das Geschäftsmodell ausbauen. So soll die Software künftig Kunden personalisierte Angebote machen, die sich aus ihren Standortdaten sowie ihrem Surf- und Einkaufsverhalten ableiten lassen. Zudem, so der Bericht weiter, glaube Wulff, dass auch Versicherer und Makler die App nutzen könnten, um eigentlich unwirtschaftliche Policen über seine preiswerteren Prozessen anzubieten.
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