Unterbringung im Pflegeheim Jeder Zweite glaubt, dass der Staat die Pflegekosten voll trägt

Eine ältere Frau ist in einem sächsischen Pflegeheim unterwegs.
Eine ältere Frau ist in einem sächsischen Pflegeheim unterwegs. © picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Wenn man pflegebedürftig wird, kommt der Staat für die anfallenden Kosten auf. Das glaubt laut einer aktuellen Umfrage knapp jeder zweite Bundesbürger. Auch bei der Höhe der Pflegekosten gibt es große Wissenslücken.

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Muss man für die Unterbringung in einem Pflegeheim mit seinem eigenen Geld bezahlen? 43 Prozent der Bundesbürger glauben das nicht. Sie sind überzeugt, dass die gesetzliche Pflegeversicherung alle Kosten übernimmt. Das ist ein Ergebnis einer Kantar Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank.

Mit diesem Glauben liegen die Befragten allerdings daneben. „Zwar zahlen Berufstätige und Rentner Beiträge in die gesetzliche Pflegeversicherung ein, diese ist jedoch grundsätzlich nicht auf volle Kostendeckung ausgelegt – das heißt, dass von ihr nur Zuschüsse zu den tatsächlichen Pflegekosten geleistet werden“, sagt Anja Maultzsch von der Postbank. „Für diesen Eigenanteil müssen Pflegebedürftige im Bedarfsfall nicht nur ihre Rente, sondern auch vorhandene Ersparnisse und Vermögenswerte einsetzen. Besitzen sie etwa Wohneigentum, müssen sie es unter Umständen verkaufen, um die Pflegekosten zu begleichen.“

 

66 Prozent der Befragten wären dann auch dazu bereit, ihre laufenden Einnahmen und Ersparnisse für die Finanzierung ihrer Pflege zu nutzen. 46 Prozent finden es allerdings nicht richtig, dass dies gesetzlich vorgeschrieben ist.

Auch bei der Höhe des Eigenanteils gibt es Wissenslücken unter den Verbrauchern. Im Schnitt beträgt dieser laut Berechnungen des PKV-Verbands im Bundesdurchschnitt rund 1.800 Euro pro Monat. 41 Prozent der Befragten meinen allerdings, dass sie im Pflegefall weniger als 1.000 Euro monatlich für einen vollstationären Pflegeplatz hinblättern müssten.

„Es ist wichtig, die Pflegekosten realistisch einzuschätzen, weil man nur dann angemessen vorsorgen kann“, so Maultzsch. „Zwar geben 59 Prozent der Befragten an, privat für die Pflege im Alter vorzusorgen, da jedoch zwei von drei Deutschen den Eigenanteil – zum Teil massiv – unterschätzen, ist es möglich, dass diese Aussage für viele nur ein Lippenbekenntnis ist.“

36 Prozent derjenigen, die privat für die Pflegekosten vorsorgen, schaffen oder erhalten Vermögenswerte für diesen Zweck; 33 Prozent sparen oder verwahren Ersparnisse. 22 Prozent geben an, dass sie über eine private Pflegeversicherung verfügen. Als Begründung für mangelnde Vorsorge wird besonders häufig angeführt, dass Geld fehle (48 Prozent), dass der Staat sich darum kümmern solle (44 Prozent) und dass es ausreiche, wenn die Befragten in die gesetzliche Pflegeversicherung eingezahlt hätten (38 Prozent).

Pfefferminzia-Zukunftstag 2019

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