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Umfrage zur Erwerbsunfähigkeit Deutsche schätzen das Risiko der Erwerbsunfähigkeit dramatisch falsch ein

Grafik zur Zurich-Umfrage Erwerbsunfähigkeit: Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, krankheitsbedingt dauerhaft nicht mehr arbeiten zu können.
Grafik zur Zurich-Umfrage Erwerbsunfähigkeit: Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, krankheitsbedingt dauerhaft nicht mehr arbeiten zu können. © Zurich

Wer dauerhaft zu krank ist um zu arbeiten, dem bleibt nur eine magere staatliche Erwerbsminderungsrente. Es sei denn, er hat sich privat abgesichert. Aber das halten viel zu viele für unnötig, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Wie hoch das Erwerbsunfähigkeitsrisiko ist und inwieweit sich die Menschen dessen bewusst sind.

| , aktualisiert am 17.12.2015 17:07  Drucken
Das Risiko erwerbsunfähig zu werden, liegt in Deutschland bei 25 Prozent. Eine Zahl, die sich die meisten Menschen hierzulande nicht bewusst machen. Denn laut einer Studie der Zurich Versicherung schätzen 40 Prozent der Befragten ihr persönliches Ausfall-Risiko auf gerade einmal 10 Prozent.

Zu dieser „Mir-wird-schon-nichts-passieren“-Mentalität passen auch die Versicherten-Zahlen, denn 70 Prozent der Befragten haben keine Absicherung gegen den krankheitsbedingten Einkommensausfall. Und das, obwohl 47 Prozent meinen, sich mit dem Thema auszukennen. In der Praxis heißt das: Sie verlassen sich auf ihre Rücklagen. Diese bestehen aus Ersparnissen, Anlagen, Rentenansprüchen und Lebensversicherungen, mit denen sie im Schnitt 6,8 Jahre lang ihre Lebenshaltungskosten decken können.

Tritt der Fall der Erwerbsunfähigkeit tatsächlich ein, dann rechnen jedoch sieben von zehn Deutschen damit, weniger als 75 Prozent ihres derzeitigen Einkommens zur Verfügung zu haben. Auf die Frage, wie viel sie hingegen benötigen würden, meint jeder zweite Befragte, dass der Betrag mindestens so hoch sein sollte wie heute.



Grafik: Zurich

Ursachen für Erwerbsunfähigkeit

Gründe, warum eine Erwerbsunfähigkeit eintreten könnte, gibt es einige. 30 Prozent der Deutschen halten psychische Erkrankungen oder Nervenkrankheiten für am wahrscheinlichsten. 23 Prozent glauben wegen Krebs und 21 Prozent denken aufgrund eines Unfalls nicht mehr arbeiten zu können. Diese Einschätzung stimmt mit statistischen Zahlen überein, fasst die Zurich zusammen. Allerdings: Während die Befragten das Risiko der Krankheiten wirklichkeitsnah einschätzen, liegt das tatsächliche Unfallrisiko wesentlich niedriger – nämlich bei lediglich 10 Prozent.

Mit welchem Alter das Ausfall-Risiko steigt

Für Männer gilt, dass sie im Alter von 47 bis 51 Jahren am stärksten gefährdet sind. Hier liegt das Risiko bei 25 Prozent. Frauen sind statistisch gesehen zwischen dem 45. und 47. Lebensjahr am stärksten gefährdet.

Wie die Deutschen eine Erwerbsunfähigkeit vermeiden wollen

Auf die Frage, wie sich die Deutschen gegen das Risiko von Erwerbsunfähigkeit schützen wollen, meinen 32 Prozent, eine ausgewogene Work-Life-Balance sei der Schlüssel zum Erfolg. 26 Prozent setzen hingegen auf eine gesunde Lebensweise.

So viel Geld gibt es vom Staat

Die Regeln sind nicht einheitlich. Laut Gesetz wird nach dem Alter unterschieden. So erhalten alle, die vor 1961 geboren sind, rund zwei Drittel der staatlichen Altersrente. Nach 1961 geborene Arbeitnehmer bekommen, bis sie in Rente gehen, rund 40 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens vom Staat.

Für die Studie befragte die Zurich Versicherung zirka 6.000 Menschen in Deutschland, Irland, Italien, Spanien, der Schweiz und Großbritannien. Dabei entfallen ungefähr 1.000 Befragte auf jedes Land. Durchgeführt haben Zurich und das Marktforschungsinstitut Epiphany die Studie im April und Mai 2015.
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