Personen am Rechner: Die Suche nach einem passenden Maklerverwaltungsprogramm ist nicht ohne. © Geschäft Foto erstellt von pressfoto - de.freepik.com
  • Von Lorenz Klein
  • 18.06.2021 um 13:12
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Das perfekte Maklerverwaltungsprogramm (MVP) gibt es nicht – trotzdem lohnt es sich für Makler, sich über ihre persönlichen Anforderungen an ein MVP bewusst zu werden. Hier erfahren Sie mehr dazu.

Schneller, effizienter, kostenschlanker – Versicherungsmakler sind einem immer höheren Druck ausgesetzt, ihre Arbeitsprozesse geschmeidiger und somit digitaler zu gestalten. Ein entscheidender Schlüssel, um dieser Anforderung gerecht zu werden, sind Maklerverwaltungsprogramme (MVPs). Die gute Nachricht ist: Ein Mangel an Angeboten herrscht wahrlich nicht. Doch welches dieser Programme erweist sich gewissermaßen als die goldene Nadel im Heuhaufen – und gibt es die überhaupt?

Tatsächlich wissen Makler aus eigener Erfahrung zu berichten, dass es so etwas wie das perfekte MVP nicht gibt. Oder doch? „Der Eindruck ist richtig, aber das trifft selbstverständlich auf jedes Produkt zu“, sagt der Unternehmensberater und Marktanalyst Michael Franke gegenüber Pfefferminzia.

Die Gründe hierfür seien vielschichtig: So gebe es zum Beispiel keine Richtlinie, was ein MVP eigentlich ausmache – mit der Folge, dass manches Angebot diesen Namen „nur bei großzügiger Auslegung“ verdiene, wie Franke berichtet. Zudem gehen die Meinungen oft schon bei der Frage auseinander, welche Funktionen ein Makler überhaupt braucht – oder brauchen sollte. „Für den einen sind leistungsfähige Courtage-Abrechnungen wichtig, ein anderer sagt wiederum: Ich habe keine Untervermittler, und das Kontrollieren der Abrechnungen des Versicherers lohnt den Aufwand nicht – selbst wenn eine Abweichung mal ein paar Hundert Euro ausmacht“, schildert Franke.

Sehr unterschiedliche Geschäftsmodelle

Und dann gebe es ja auch noch Makler, die regelmäßige Kampagnen unter ihren Kunden fahren und entsprechende Funktionen für Datenbankrecherchen und Mailings bräuchten, wo andere Makler nur abwinken. Kurzum: „Die Geschäftsmodelle sind einfach sehr unterschiedlich“, fasst der MVP-Experte das Grundproblem zusammen. Was daher oft entstehe, sei ein System mit einer Schnittmenge an Features, die einen Kompromiss darstellten.

Auch Karsten Allesch, Geschäftsführer des DEMV Deutscher Maklerverbund, dürfte schon allerlei System-Stückwerk gesehen haben – was aber auch kein Wunder wäre, denn „viele Maklerverwaltungsprogramme am Markt basieren auf einer veralteten Systemarchitektur und Codes, die kaum noch erweiterbar sind“, wie er sagt. Diese sogenannten technischen Schulden führten im Ergebnis dazu, so Allesch, dass etliche MVP-Hersteller eher mit der Wartung als mit Neuentwicklungen beschäftigt seien. „Zudem unterstützen klassische Maklerverwaltungsprogramme, wie es der Name bereits verrät, lediglich bei der Verwaltung“, sagt der DEMV-Chef. Damit nicht genug, würden Aufgaben wie der Import von Kunden- und Vertragsdaten vielerorts dem Nutzer überlassen. „Für Makler ist es jedoch ein immenser Aufwand, die Bestandsdaten Tag für Tag aufs Neue zu pflegen“, betont Allesch.

Würde es die sprichwörtliche „eierlegende Wollmilchsau“ unter den MVPs geben, so wäre wohl die Beschreibung von Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender des Maklerpools Jung, DMS & Cie., am treffendsten: „Eine einfach zu bedienende, medienbruchfreie Software, die sämtliche Prozesse in sämtlichen Sparten abdeckt und die entsprechende Datenqualität und -tiefe beinhaltet.“

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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