Eine Ärztin mit Corona-Test: Viele Deutsche sorgen sich krisenbedingt auch um ihre Altersvorsorge. © picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
  • Von Juliana Demski
  • 21.04.2020 um 13:01
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Betriebsschließungen, Kurzarbeit und Kündigungen – viele Deutsche leiden vor allem finanziell unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Laut einer aktuellen Umfrage gehen 31 Prozent der Bundesbürger davon aus, dass auch ihre Altersvorsorge unter der Pandemie leiden wird. Worauf nun zu achten ist, erfahren Sie hier.

Fast ein Drittel aller Deutschen (31 Prozent) hält es für wahrscheinlich, dass die Corona-Krise Auswirkungen auf ihre persönliche Altersvorsorge haben wird. Weitere 22 Prozent sind noch unentschieden, wie eine aktuelle Umfrage des Online-Versicherungsmanagers Clark zeigt.

Auf der anderen Seite sind 34 Prozent weiterhin positiv eingestellt: Sie halten es für eher unwahrscheinlich, dass die Pandemie ihre Altersvorsorge negativ beeinflussen könnte. Am wenigsten besorgt sind Männer: 38 Prozent erwarten keine Auswirkungen, bei den Frauen sind es nur 30 Prozent. Und auch bei den Altersgruppen gibt es deutliche Unterschiede. So scheinen sich vor allem die Befragten am wenigsten Sorgen um ihr Auskommen im Alter zu machen, die noch genügend Zeit für ihre Vorsorge haben (18- bis 24-Jährige) oder die bereits kurz vor der Rente stehen (55 Jahre und älter).

Worauf sich die Deutschen nun einstellen sollten und wie eine krisensichere Vorsorgestrategie aussieht, erklärt Clark anhand von vier Tipps:

1. Gesetzliche Rente als Basis

Viele Verbraucher sind verunsichert, welche Maßnahmen in Zeiten der Corona-Pandemie sinnvoll sind und was mit bereits gezahlten Beiträgen passiert. Auswirkungen bei der aktuellen oder zukünftigen Rentenplanung seien dabei differenziert nach Vorsorgeart zu betrachten. Bei der gesetzlichen Rente gelte seit 2009 die sogenannte Rentengarantieklausel. Diese besage, dass die Rente nicht gekürzt werden darf, auch wenn das allgemeine Lohnniveau sinkt. „Damit sind zwar Ruheständler erst einmal auf der sicheren Seite, die aktuell eine gesetzliche Rente beziehen“, so die Clark-Experten. Wie sich das Rentenniveau in der Zukunft entwickele, sei allerdings noch unklar. Nullrunden in den nächsten Jahren könnten als Mittel dienen, um die leeren Rentenkassen infolge einer Wirtschaftskrise zu entlasten. Trotzdem: „In aller Regel wird die Basisversorgung der gesetzlichen Rentenversorgung zur finanziellen Absicherung im Alter in Zukunft nicht ausreichen – eine zusätzliche Altersvorsorge ist daher immer empfohlen“, heißt es von Clark.

2. Riester und betriebliche Altersversorgung nutzen

Viele Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung (bAV) an. Doch was passiert, wenn der Arbeitgeber in der aktuellen Krise die Arbeitszeit kürzt und der Lohn sinkt? „Da der Beitrag des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersversorgung meist an den Bruttojahreslohn gekoppelt ist, ist es auch möglich, dass er weniger Beiträge zur Altersversorgung zahlt“, schreibt Clark. Aber: Sollte der Arbeitgeber gar kündigen müssen oder selbst insolvent werden, bleiben die Rentenansprüche laut Clark trotzdem erhalten – sofern der Versicherte mindestens 23 Jahre alt ist und dem Betrieb seit mindestens fünf Jahren angehört.

Aber auch für die Riester-Rente gelte eine Beitrags- oder Zinsgarantie, „sodass Verbraucher trotz Corona-Krise zumindest das rausbekommen sollten, was sie eingezahlt haben“. Der Tipp der Clark-Experten: Wer gerade auf der Suche nach einer sicheren Altersvorsorge ist, sollte sich mit der Riester-Rente auseinandersetzen.

3. Börsen-Crash aussitzen und mögliche Chancen nutzen

Laut Clark sollten sich vor allem Verbraucher, die ihre Rente auch mit Aktien und fondsgebundenen Vorsorgeprodukten geplant haben, erst einmal abwarten. „Wer seine Rente in Gefahr sieht, sollte jetzt nicht voreilig Produkte und Sparpläne kündigen, sondern auf die Erholung der Märkte warten. Zwar sind diese aktuell noch volatil, die Gelegenheit zu investieren aber gerade jetzt unter Umständen günstig“, so die Experten. Dabei sollten sie sich stets die Grundregeln der Geldanlage vor Augen führen: „Ein langer Anlagezeitraum sowie eine breite Streuung, um eventuelle Schwankungen und Schwächephasen auszugleichen.“

4. Faustregel: 10 Prozent des Nettoeinkommens für die private Vorsorge

Das Wichtigste zum Schluss: Jeder Mensch sollte seinen eigenen Bedarf kennen – dabei könne beispielsweise ein Rentenrechner helfen. Laut Clark gilt grundsätzlich aber Folgendes: „Die Beiträge und das zukünftige Renteneinkommen hängen davon ab, über wie viele Jahre hinweg Beiträge aufgebaut werden. Etwa 10 Prozent des Nettoeinkommens sollten dazu monatlich in die Vorsorge gesteckt werden. In welcher Form dies am besten geschieht, sieht bei jedem Arbeitnehmer anders aus.“

„Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema Vorsorge und Versicherungen auch außerhalb von Krisenzeiten auseinanderzusetzen“, erklärt Marco Adelt, Mitgründer und Chef von Clark. „Wer trotz finanzieller Verluste gut für die Zukunft gewappnet sein will, sollte frühzeitig in eine gute Kombination aus Vorsorgeprodukten investieren.”

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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