In der Hamburger City-Nord haben sich mehrere große Versicherer niedergelassen. Darunter Allianz, Ergo, HDI und Signal Iduna. © picture alliance / dpa | Daniel Bockwoldt
  • Von Lorenz Klein
  • 16.09.2020 um 07:33
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Angesichts der Niedrigzinsphase, die sich weiter zu verfestigen droht, mehren sich die Sorgen um die Lebensversicherer. Entwarnung gibt nun vorerst eine aktuelle Studie der Hochschule Ludwigshafen, die die Finanzstabilität der zwölf größten hiesigen Anbieter unter die Lupe nahm: „Der Weg in die Insolvenz ist nach heutigem Stand in keinem Fall für die untersuchten Unternehmen auch nur annäherungsweise erkennbar“, stellt der Wissenschaftler Hermann Weinmann klar.

Der Wissenschaftler Hermann Weinmann von der Hochschule Ludwigshafen am Rhein untersucht regelmäßig die Finanzstabilität der größten zwölf Lebensversicherer in Deutschland auf Basis der jeweiligen Geschäftsberichte. Dabei zeigt die Studie: Vor allem in diesem Jahr gab es im Mittelteil der Rangliste der Top 12 ein munteres Auf und Ab.

Die Untersuchung ist so konzipiert, dass diverse Kriterien nach einem Punktesystem bewertet werden, das in der Summe einen theoretischen Höchstwert von 1.000 vorsieht – den aber auch die beste Gesellschaft nie erreicht. Bewertet wird neben der Ertragskraft, auch die wirtschaftliche Beteiligung der Kunden an den Ergebnissen oder auch wie finanziell robust die Versicherer aufgestellt sind. Hinzu kommt eine Verbrauchernote, an der sich auch die Platzierung der Gesellschaften im Ranking bemisst. Wie sich dieses im Detail darstellt, erfahren Sie auf den folgenden Seite.

Studie sieht keine unmittelbare Insolvenzgefahr

Immerhin vergab Weinmann hier nur einmal die Note ausreichend – alle anderen elf Lebensversicherer erhielten eine bessere Note. Und der Wissenschaftler hat auch eine hoffnungsvolle Botschaft für die Branche mitgebracht. „Der Weg in die Insolvenz ist nach heutigem Stand in keinem Fall für die untersuchten Unternehmen auch nur annäherungsweise erkennbar“, zitiert das „Handelsblatt“ aus der Studie. Insgesamt stünden die zwölf größten deutschen Lebensversicherer „vergleichsweise solide da“, heißt es.

Allerdings räumen Weinmann und sein Team ein, dass das Corona-Virus einen Schock produzierte, was dazu geführt habe, das Gewicht der Studie in Richtung „Ernstfall“ zu verlagern, „der einzelne Unternehmen des deutschen Lebensversicherungsmarkts treffen kann“. Dieser Ernstfall zeige sich im Verlustausweis, so die Autoren. „Wenn Verluste eintreten, ist primär und hoffentlich allein das bilanzielle Eigenkapital gefordert und nicht das Kollektiv der Versicherten. Und wenn nicht mehr auszuschließen ist, dass Garantien in Gefahr geraten können, dann wird die Sicherheit der Garantien vorrangig und die Überschussbeteiligung rückt in den Hintergrund. Die Sicherheitskomponente ist damit deutlich zu stärken.“

Die ausführliche Studie ist in der Zeitschrift für Versicherungswesen nachzulesen.

Quelle: Debeka

Lebensversicherer: Debeka Leben

Rang: 12 (Vorjahr: 12)

Verbrauchernote: ausreichend (3,7) (Vorjahr: ausreichend (4,0))

Punkte: 450 von 1.000 (Vorjahr: 300)

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Lorenz

Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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