Unterschiede in der Pflege DAK fordert Reform der Pflege-Finanzierung

 Eine Seniorin geht in einem Schöneberger Pflegeheim einen Flur entlang: Für viele Pflegebedürftige ist laut DAK-Pflegereport die Eigenleistung viel zu hoch.
Eine Seniorin geht in einem Schöneberger Pflegeheim einen Flur entlang: Für viele Pflegebedürftige ist laut DAK-Pflegereport die Eigenleistung viel zu hoch. © dpa/picture alliance

Deutliche Unterschiede in der Pflege gibt es zwischen den Ländern, zeigt der Pflegereport 2018 der Krankenkasse DAK. Daher müsse die Politik aktiv werden – eine Reform der Finanzierung des Pflegesystems sei dringend notwendig.

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Neun von zehn Bürgern finden Pflegeheime zu teuer. 70 Prozent sind der Meinung, dass sich viele Familien Pflegedienste und Heime für ihre Angehörigen nicht leisten können. Fast zwei Drittel sehen in den hohen Kosten den Grund, dass Pflegeheim-Bewohner zum Sozialfall werden. Noch höher fällt die Zustimmung bei denjenigen aus, die Pflege im Umfeld bereits erlebt haben.

Die Kosten für Pflege sind eine Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen und die bestmögliche Versorgung von Pflegebedürftigen hängt entscheidend vom Wohnort ab. Das zeigt nun der aktuelle DAK-Pflegereport 2018. Die Krankenkasse fordert eine Reform der Finanzierung, um Betroffene zu entlasten.

Dafür müssten die Eigenanteile begrenzt werden und den Rest der Kosten müsste die Pflegeversicherung übernehmen. Derzeit ist es genau andersherum. Die Finanzierung der Kosten könnte durch einen Bundeszuschuss aus Steuermitteln erfolgen: „Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Eine Mitfinanzierung aus Steuermitteln ist daher sinnvoll“, so Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit.

„Sozialversicherung verliert ihre Legitimation“

„Pflegebedürftige zahlen in manchen Bundesländern doppelt so viel dazu wie in anderen Regionen“, stellt der DAK-Chef fest. „Immer mehr pflegebedürftige Menschen sind mittlerweile auf ergänzende Fürsorgeleistungen angewiesen. Das widerspricht fundamental dem Anspruch der Pflegeversicherung. Dadurch verliert eine Sozialversicherung ihre Legitimation.“

Die Politik tut nicht genug für die Pflege, meinen 84 Prozent der Befragten. „Obwohl in der jüngsten Zeit intensiv diskutiert wurde, wie die Zustände in der Pflege verbessert werden können, kommt dies offensichtlich bei den Menschen nicht an. Das ist eine erschreckende Erkenntnis“, sagt Andreas Storm. Pflegebedürftigkeit wird von den meisten immer noch als privates Schicksal erlebt und bewältigt.

Darüber hinaus hänge die Qualität der pflegerischen Versorgung vom Wohnort ab. Vor allem in den östlichen Bundesländern, aber auch im Saarland, in Hessen und in Rheinland-Pfalz, liegt der Schwerpunkt auf der Pflege durch Angehörige. Vollstationäre Pflege ist hier, laut DAK-Pflegereport, unterdurchschnittlich verbreitet. In Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg dagegen werden überdurchschnittlich viele Pflegebedürftige vollstationär versorgt und weniger zu Hause.

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