Pünktlich, sicher, gute Rendite Darum ist die gesetzliche Rente gar nicht so schlecht

Die 104-jährige Mamie Underhill (links) freut sich über eine witzige Geburtstagskarte mit ihrer Tochter Leita.
Die 104-jährige Mamie Underhill (links) freut sich über eine witzige Geburtstagskarte mit ihrer Tochter Leita. © Getty Images

Die gesetzliche Rente ist besser als ihr Ruf, meint Thomas Öchsner, Autor bei der Süddeutschen Zeitung. Trotz aller Krisen sei das Geld stets pünktlich und in voller Höhe auf dem Konto der Versicherten gelandet. Sie hänge nicht von Aktienkursen oder Zinsen ab – und es verdiene auch keine „Drückerkolonne“ Provisionen an ihr.

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Die gesetzliche Rente ist kein Auslaufmodell, findet Süddeutsche-Autor Thomas Öchsner. Mehr als 125 Jahre habe sie überlebt, die gekennzeichnet waren etwa von zwei Weltkriegen, einer Hyperinflation und mehreren schweren Finanzkrisen. Trotz allem sei die Rente stets pünktlich auf die Konten der Empfänger gewandert.



Öchsner hält es für einen großen Vorzug der Rente, dass sie weder von Aktienkursen, noch von Zinsen abhänge und auch keiner an ihr Geld verdiene: „Weder wenn der Beitrag eingezahlt, noch wenn die Rente ausgezahlt wird, kann irgendeine Bank, Versicherung oder Drückerkolonne Provisionen für sich abzweigen.“

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Das Geld der Versicherten gehe auch nicht für irgendwelche Gebühren oder Werbung drauf. Die Verwaltungskosten würden etwa 1,4 Prozent der Gesamtausgaben ausreichen. „Bei Riester-Verträgen können sie um ein Vielfaches höher sein. Da sind schnell nur für den Abschluss mehr als 3.000 Euro weg. Einfach so“, schreibt Öchnser weiter.

Auch die Rendite könne sich sehen lassen. Modellrechnungen zeigten eine Rendite von 3 Prozent, wenn ein Versicherter 45 Jahre lang zum Durchschnittslohn von derzeit etwa 3.022 Euro monatlich gearbeitet habe und durchschnittlich lange lebe. Öchnser macht aber gleichzeitig auch klar, dass jüngere Leute damit nicht mehr rechnen könnten.

All-Inclusive-Absicherung

Dafür biete die Rentenversicherung aber auch mehr als nur Altersvorsorge. Öchnser: „Sie bietet Zusatzleistungen, die als Komplettpaket bei einem privaten Versicherer so viel Geld kosten würden, dass dies für die allermeisten Kunden unbezahlbar wäre.“ Rentner erhielten etwa Zuschüsse zur Krankenversicherung, es gebe Waisen- und Witwen- oder Witwer-Renten, außerdem einen – wenn auch kleinen – Schutz bei Erwerbsunfähigkeit.

„Während der Versicherungsmarkt beim Thema Berufsunfähigkeit versagt, gibt es bei der Rentenversicherung alles für einen Beitrag, zu dem Arbeitgeber normalerweise auch noch die Hälfte zusteuern“, schreibt Öchsner weiter.

Nicht kündbar

Der Autor nennt noch einen weiteren großen Vorteil der gesetzlichen Rente: Jeder Arbeitnehmer muss immer einzahlen. Dagegen werden bei den Lebensversicherungen jede zweite Police gekündigt. Und in fast ein Fünftel der Riester-Verträge werde kein Geld mehr eingezahlt. „Auch deshalb steht die private Zusatzvorsorge auf wackligem Boden. Rentenansprüche darf hingegen keiner vorzeitig verfrühstücken.“
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