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Produkttest Axa SBU Klarstellen statt Klagen

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Der Versicherer Axa hat eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung auf den Markt gebracht. Policen-Polizist Philip Wenzel hat sich das Produkt angeschaut und überwiegend kundenfreundliche Bedingungen gefunden. An einer Stelle wurde er aber stutzig. Oft weiß man nicht zu schätzen, was man hat, bevor es weg ist. Auch beim Lesen von

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Ebenfalls im Kundensinn ist die genaue Definition der Berufsunfähigkeit bei Personen, die noch keiner Tätigkeit nachgegangen sind. Diese gelten als berufsunfähig, wenn sie außerstande sind, eine Berufsausbildung oder ein Studium aufzunehmen. Der Vorteil ist dann ersichtlich, wenn ein Kunde nach der Schule mit einem Sabbatical ins Berufsleben startet, was für immer mehr Mitglieder der Generation Y als erstrebenswert gilt. Es spräche für die Axa nichts dagegen, in diesem Fall einen Neuabschluss anzubieten, während Mitbewerber diese Interessenten wohl in Ermangelung einer Berufsausübung vorläufig nicht versichern könnten. Ob das der Grund für die Aufnahme dieser Klarstellung in den Versicherungsbedingungen war, darüber kann nur spekuliert werden.

Azubis bevorzugt?

Die Axa scheint Azubis zu bevorzugen, da bei diesen im Rahmen einer konkreten Verweisung nach Absolvierung der Hälfte der Ausbildung auf die Lebensstellung abgestellt wird, die für gewöhnlich mit dem erfolgreichen Abschluss der durchgeführten Berufsausbildung zu erreichen ist. Bei Studenten trifft dies nur bei Studenten der Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Veterinärmedizin zu. Denkt man aus Sicht des Versicherers, lässt sich aber erkennen, dass das nichts mit Bevorzugung zu tun hat. Bei einem Azubi lässt sich relativ konkret erkennen, welcher Beruf einmal ergriffen werden wird. Bei Studenten eher nicht. Außer bei Medizinstudenten.

Die Leistung bei Krankschreibung lässt sich im neuen Tarif der Axa optional anwählen. Die Klausel leistet für 18 Monate. Der Nachweis ist gemäß der gesetzlichen Bestimmungen und Richtlinien der Krankenkassen oder entsprechende privatärztliche Atteste zu führen. Das ist einerseits positiv, da diese Regelung gesetzlich wie privat Versicherte gleichermaßen bedenkt. Zum anderen ist diese Regelung nicht von einem Paragrafen abhängig und behält auch noch nach einer Gesetzesänderung Gültigkeit. Einzigartig ist, dass die Axa bei einer erneuten Krankschreibung aus dem gleichen Grund innerhalb von sechs Monaten nach dem Wegfall der Leistung auf die Erfüllung des Sechs-Monats-Zeitraums verzichtet. Sie würde dann sofort leisten.

Eigentlich sinnvoll, aber mit Nachteilen

Negativ zu bewerten ist aber, dass zeitgleich eine Leistung wegen Berufsunfähigkeit beantragt werden muss. Das ist in fast jedem Fall auch sinnvoll, da der Nachweis der BU nach Ablauf der 18 Monate Arbeitsunfähigkeitsleistung deutlich schwerer fallen dürfte. Allerdings kann es auch sein, dass eine BU eben überhaupt nicht vorliegt, was den ganzen Vorgang zur Farce machte. Es ist vielleicht sogar gut gemeint, den Versicherten mit sanftem Druck hierzu bewegen zu wollen. In der strengen Auslegung kann aber die Missachtung der Pflicht zur Beantragung einer Leistung wegen Berufsunfähigkeit eine Obliegenheitsverletzung bedeuten, die zu Leistungseinschränkungen führt.

Unterm Strich ist die neue SBU der Axa eine weitere Alternative am Markt, die in vielen Fällen dem Kunden eine passgerechte Lösung bieten kann. Der 37-jährige Bürokaufmann zahlt bis zum Endalter 67 für 1.000 Euro Rente und ein Prozent Leistungsdynamik 63,68 Euro (97,22 Euro brutto) monatlich. Beim Mechatroniker sind es 103,88 Euro (174,59 Euro brutto).

Zur Person
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Als gelernter Historiker ist Philip Wenzel immun gegen Langweile und kann auch längere Bedingungswerke ohne Schaden lesen und analysieren. Er ist Experte für alle Fragen rund um die Themen Arbeitskraftabsicherung und biometrische Risiken. Hier veröffentlicht er außerdem regelmäßig spannende Blogbeiträge zu diesen Themen. 

Experten-Kolumnen von Philip Wenzel