Nach Fusion Für Knip-Kunden soll alles beim Alten bleiben – für Knip nicht

Eine Person nutzt Knip als App auf dem Smartphone: Durch die Fusion wird sich einiges bei dem Insurtech ändern.
Eine Person nutzt Knip als App auf dem Smartphone: Durch die Fusion wird sich einiges bei dem Insurtech ändern. © Knip

Seit vergangener Woche ist bekannt, dass das Insurtech Knip mit dem niederländischen Softwarehaus Komparu fusionieren wird. Doch zunächst war nicht so recht klar, wie es mit Knip und dessen Kunden weitergehen soll. Nun weiß man mehr: Die Marke soll erhalten bleiben – und die teure TV-Werbung zurückgefahren werden.

05.07.2017 15:14  Drucken

Das Insurtech Knip wird mit dem Technologieunternehmen Komparu zur neuen Digital Insurance Group (DIG) verschmelzen. Soweit so gut. Aber was genau bedeutet das für die Kunden und das Unternehmen selbst?

Vergangene Woche wusste man noch nicht viel darüber. Nun geht aus verschiedenen Medienberichten hervor, dass für Knip-Kunden alles beim Alten bleiben soll – nicht so bei Knip selbst.

Zunächst die Kundenperspektive: 

Für die Kunden ändere sich nichts, versichert der neue DIG-Chef Ingo Weber laut Gründerszene. Unter anderem sollen Beratungen über Apps, Chats, Emails und Telefon weiter möglich bleiben. Auch die Marke bleibe weiterhin bestehen, so Weber. 

Und wie geht es bei Knip weiter?

Mit Komparu arbeitet Knip bereits seit Ende 2016 zusammen, mit dem Ziel gemeinsam neue Produkte zu entwickeln. Komparu bietet beispielsweise Software für Makler an. Diese Software solle künftig verstärkt bei Knip zum Einsatz kommen, um weitere Schritte zu automatisieren, erklärt Weber. 

Und weiter: Die DIG solle eine Art Mutterunternehmen sein, unter dem Knip und Komparu nebeneinander bestehen bleiben.

Welche Probleme muss Weber bei Knip beheben?

Das grundsätzliche Problem des Geschäftsmodells von Knip sei, dass dafür hohe Marketingkosten anfallen, um die Kunden vom Produkt zu überzeugen, schreibt Gründerszene.

Knip habe in der ersten Zeit beispielsweise viel Geld für TV-Werbung ausgegeben. Das Ziel: Downloads zu generieren, wie Weber rückblickend erklärt.

Statt nahezu ausschließlich auf TV-Werbung zu setzen, solle in Zukunft mehr Online-Marketing betrieben werden.

Ein weiteres Ziel:

Mit den bestehenden Kunden soll Knip höhere Umsätze erreichen. Das geht aber nur, wenn Knip-Kunden dazu bewegt werden, entweder mehr Versicherungen in der App hochzuladen oder über das Startup abzuschließen. Knip verdient dann an der Maklerprovision.

+++ Ergänzung vom 6. Juli +++

Nach seinem überraschenden Abschied im Zuge der Fusion wechselt Knip-Gründer Dennis Just Medienberichten zufolge zum Ergo-Konzern. Dort wird er Bereichsleiter für den Onlinevertrieb von Ergo Direkt, wie der Konzern inwischen bestätigte.

Beim Nürnberger Direktversicherer wird Just, der Knip-Gesellschafter bleibt, zunächst in die zweite Reihe rücken und dem Vertriebschef Manuel Nothelfer unterstellt sein. Nothelfer wechselte Mitte Februar zu Ergo Direkt.

Pfefferminzia HIGHNOON